Diplomaten ausgewiesen : Neue Spionageaffäre zwischen Großbritannien und Russland

Es erinnert an den Kalten Krieg: Großbritannien und Russland haben jeweils einen Diplomaten ausgewiesen. Es gebe eindeutige Beweise für Aktivitäten des russischen Geheimdienstes, sagte der britische Außenminister.

Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland werden durch einen mutmaßlichen Spionagefall belastet. Beide Länder hätten jeweils einen Diplomaten ausgewiesen, teilte der britische Außenminister William Hague am Dienstag mit. Da es einen „eindeutigen Beweis für Aktivitäten des russischen Geheimdienstes gegen britische Interessen“ gebe, habe Großbritannien vor knapp zwei Wochen den Abzug eines Mitarbeiters der russischen Botschaft in London verlangt. Russland habe wenige Tage später dann gefordert, dass ein britischer Diplomat Moskau verlasse.

Beide Länder befanden sich lange Zeit in einer regelrechten Eiszeit, nachdem der russische Ex-Agent Alexander Litwinenko 2006 in London mit dem radioaktiven Stoff Polonium vergiftet worden war.

Seit dem Amtsantritt von Premierminister David Cameron im Mai haben sich die Beziehungen aber leicht entspannt. Allerdings belastet derzeit auch die Festnahme einer mutmaßlichen russischen Spionin das Verhältnis. Die 25-Jährige soll für einen liberaldemokratischen Abgeordneten im britischen Parlament gearbeitet haben und wurde Anfang Dezember festgenommen. Ihr droht eine Abschiebung wegen Spionageverdachts. (AFP)

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