Diplomatie : USA und Türkei setzen gegenseitige Visa-Vergabe aus

Die Türkei nimmt einen Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanbul fest. Nun wird daraus ein diplomatischer Streit.

US-Präsident Donald Trump und der türkische Präsident Erdogan bei einem Treffen in New York
US-Präsident Donald Trump und der türkische Präsident Erdogan bei einem Treffen in New YorkFoto: dpa/AP/Evan Vucci

Nach der Festnahme eines US-Konsulatsangestellten in der Türkei haben beide Länder die gegenseitige Visa-Erteilung ausgesetzt. Es sei nötig, neu zu bewerten, wie sich die Türkei der Sicherheit der US-Vertretungen und ihrer Mitarbeiter verpflichtet fühle, erklärte die US-Botschaft am Sonntag in Ankara. Wenig später kündigte die türkischen Vertretung in Washington den gleichen Schritt an.


In der vergangenen Woche hatten die türkischen Behörden einen Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanbul festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, Verbindungen zu dem in den USA lebenden türkischen Geistlichen Fethullah Gülen zu haben. In ihm sieht die Türkei den Drahtzieher des Putschversuchs im vergangenen Jahr. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge soll es sich bei dem Festgenommenen um einen türkischen Staatsbürger handeln.

Die amerikanisch-türkischen Beziehungen haben sich wegen der US-Unterstützung für die kurdische YPG-Miliz im Kampf gegen den IS in Syrien verschlechtert. Die Regierung in Ankara betrachtet die YPG als Ableger der verbotenen PKK, die seit Jahrzehnten im Südosten der Türkei einen Aufstand anführt. (Reuters)

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