Direkte Rede : Bush und Südkoreas Präsident geraten sich in die Haare

Vor laufenden Kameras haben sich US-Präsident George W. Bush und sein südkoreanischer Kollege Roh Moo Hyun einen Schlagabtausch in undiplomatischer Offenheit geliefert. Den Umstehenden blieb nur nervöses Gelächter.

SydneyBei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Sydney versuchte Roh, dem US-Präsidenten ein Bekenntnis zu einem offiziellen Friedensvertrag mit Nordkorea abzuringen, was die USA bislang ablehnen.

Roh sagte: "Vielleicht irre ich mich, aber ich habe nicht gehört, ob Präsident Bush eine Erklärung zur sofortigen Beendigung des Korea-Kriegs erwähnt hat. Haben Sie davon gesprochen, Präsident Bush?" Bush bekräftigte leicht irritiert, dass Nordkorea vor einem solchen Abkommen zunächst auf seine Atomrüstung verzichten müsse. Roh hakte nach: "Wenn Sie vielleicht ein bisschen deutlicher sein könnten, ich glaube..." Bush unterbrach ihn verärgert: "Ich denke, ich bin deutlich genug, Herr Präsident. Der Krieg wird enden, wenn Kim Il Jong nachweislich auf sein Waffenprogramm verzichtet." Mit einem schroffen "Thank you, Sir" verabschiedete sich Bush von seinem Kollegen und beendete die Pressekonferenz.

Anwesende Diplomaten quittierten den Eklat mit nervösem Gelächter. Ein Bush-Sprecher lenkte den Verdacht nach dem Auftritt auf die Dolmetscher: "Hier ist eindeutig etwas durch die Übersetzung schiefgelaufen". Nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 hatten die USA und Nordkorea lediglich einen Waffenstillstand, jedoch keinen Friedensvertrag geschlossen. Formal befinden sie sich noch im Kriegszustand. (mit AFP)

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