Djerba-Attentat : Deutscher wegen Mittäterschaft an Terroranschlag verurteilt

Prozess um den Terroranschlag in Djerba: Der deutsche Angeklagte Christian Ganczarski ist zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Es soll für den Anschlag "grünes Licht" gegeben haben.

Djerba
Der deutsche Angeklagte Christian Ganczarski (l) vor Gericht. -Foto: AFP

Paris Der Deutsche Christian Ganczarski ist wegen Beteiligung an dem blutigen Al-Qaida-Attentat auf der tunesischen Ferieninsel Djerba zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Schwurgericht in der französischen Hauptstadt Paris befand den 42-Jährigen am Donnerstagabend der Mittäterschaft für schuldig.

Die Staatsanwaltschaft hatte 30 Jahre Haft für Ganczarski gefordert. Sie hatte ihm vorgeworfen, dem Attentäter in einem Telefonat kurz vor dem Anschlag "grünes Licht" gegeben zu haben. Außerdem war Ganczarski als Mitglied einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Er war 2003 in Paris festgenommen worden. Der Prozess fand in Frankreich statt, weil unter den Opfern von Djerba auch zwei Franzosen waren.

Bruder muss zwölf Jahre hinter Gitter

Neben Ganczarski wurde auch ein Bruder des tunesischen Attentäters verurteilt. Walid Nizar muss zwölf Jahre in Haft. Für ihn hatte die Anklage 15 Jahre verlangt, weil er Material für den Anschlag besorgt haben soll, darunter gefälschte Papiere und ein Satellitentelefon.

Bei dem Anschlag vom April 2002, zu dem sich das Terrornetzwerk Al Qaida bekannt hatte, waren 21 Menschen getötet worden. Unter ihnen waren 14 deutsche Touristen. (ae/AFP/dpa)

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