Politik : Döring über FDP nicht froh

Parteivize erneuert Kritik / Gerhardt gegen Dauerwahlkampf

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Stuttgart/Berlin (dpa/rvr). Ungeachtet kritischer Stimmen aus den eigenen Reihen hat FDPVize Walter Döring seine Äußerungen über die Krise der Partei erneuert. „Die Partei ist in einer Lage, die nicht nur zur Freude Anlass gibt“, sagte Döring am Donnerstag kurz vor dem Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart am 6. Januar. Zugleich stärkte der baden-württembergische Landeschef dem FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle den Rücken. Er glaube fest an die Wende und sicherte dem Parteichef Unterstützung zu. Die Kritik seiner Parteikollegen habe ihn überrascht: „Ich werde ausgerechnet von denen kritisiert, die vor der Bundestagswahl noch die 18 Prozent erreichen wollten.“ Zuvor hatten FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper und der Chef der NRW-FDP, Andreas Pinkwart, Dörings Ansicht zur Lage der Partei widersprochen. Pinkwart sagte: „Döring läutet ohne Not das Totenglöcklein.“

FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt rief seine Partei zu Geschlossenheit auf: „Die FDP ist gut beraten, wenn sie jetzt nicht eine Ersatzdiskussion über ihre politische Führung beginnt. Das sage ich aus eigener Erfahrung“, sagte der frühere Parteichef der „Welt“. Gerhardt sprach sich ferner für einheitliche Wahltermine in Deutschland aus. „Die Politik muss endlich wieder in die Lage versetzt werden, langfristig zu handeln, anstatt sich von Wahlkampf zu Wahlkampf zu schleppen“, sagte er dem Tagesspiegel. „Mit einem jeweils einheitlichen Frühjahrs- und Herbstwahltermin könnten wir aus dem deutschen Dauerwahlkampf herauskommen.“ So sollten Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen gebündelt werden.

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