Politik : Donum Vitae: 10 000 Beratungen im ersten Halbjahr

Martin Gehlen

Die katholische Laieninitiative Donum Vitae hat Bürger und Firmen dazu aufgerufen, sich an der von ihr gegründeten Stiftung zur Finanzierung katholischer §-218-Beratungsstellen zu beteiligen. Das bislang eingezahlte Anfangsvermögen von 125 000 Mark müsse auf mehrere Millionen Mark erhöht werden, "wenn eine nachhaltige Finanzierung von Donum Vitae erreicht werden soll", sagte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Friedrich Kronenberg, in Berlin. Die katholische Beratungsintiative sei auf solche privaten Mittel angewiesen, weil "wir keine kirchlichen Ressourcen wie etwa die Kirchensteuer in Anspruch nehmen können".

Donum Vitae, das sich bislang aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert, hat nach eigenen Angaben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2001 fast 10 000 Frauen beraten, davon 70 Prozent in einem Schwangerschaftskonflikt. Im gleichen Zeitraum sind in den bischöflichen Beratungsstellen, die aus dem staatlichen System ausgestiegen sind, keine Konfliktberatungen mehr vorgenommen worden. Trotzdem ist nach Angaben der Katholischen Bischofskonferenz die Gesamtzahl der Beratungen in den kirchlichen Einrichtungen nicht gesunken.

Die im September 1999 gegründete Laieninitiative unterhält mittlerweile 89 Beratungsstellen mit 180 Fachkräften, erläuterte die Vorsitzende Rita Waschbüsch. Diese Einrichtungen werden zu 20 bis 95 Prozent aus Steuermitteln der Bundesländer finanziert. Die Bischöfe hatten bis zu ihrem Ausstieg aus dem staatlichen System am 1. Januar 2000 insgesamt 268 Beratungsstellen unter ihrer Regie. Nach Angaben von Frau Waschbüsch reicht ein Ausbau des Donum- Vitae-Angebotes auf etwa 100 Beratungsstellen aus, um in ganz Deutschland mit einem ausreichenden katholischen Angebot präsent zu sein und um "die Lücke zu schließen, die die katholischen Bischöfe mit ihrem Ausstieg aus der gesetzlichen Schwangerschaftsberatung hinterlassen haben". Zum Beratungskonzept sagte Waschbüsch, es gehe um die "doppelte Anwaltschaft" für das ungeborene Leben wie für die Mütter. Ergebnisoffene Beratung und Bewusstseinsbildung für den Schutz des Lebens seien dabei keine Gegensätze.

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