Politik : "Donum Vitae": Verbände kritisieren Schwangerenberatung

Das Beratungskonzept von "Donum vitae" erfüllt nach Ansicht des Frauenbündnisses Rheinland-Pfalz nicht die gesetzlichen Anforderungen. Die Beraterinnen seien verpflichtet, Anwältinnen des ungeborenen Kindes zu sein, sagte Bündnis-Sprecherin Eva Weickart am Montag in Mainz. Die gesetzliche Anforderung einer ergebnisoffenen Beratung werde nicht erfüllt. Zum Frauenbündnis zählen die Frauenverbände der Gewerkschaften sowie der Landesverband von "Pro Familia".

Nach Auskunft des Frauenbündnisses gehöre es zum Selbstverständnis von "Donum vitae", dass keine aktive Hilfe im Verfahren eines Schwangerschaftsabbruches geleistet werden dürfe. Juristische und medizinische Informationen über den möglichen Abbruch müssten jedoch von einer Beratungsstelle gegeben werden. "Wenn Donum vitae hier nicht nachbessert, muss dem Verein konsequenterweise die Gesetzeskonformität abgesprochen und die finanzielle Unterstützung durch das Land entzogen werden", forderte Weickart. Das Frauenbündnis rief die Landesregierung auf, das Beratungskonzept von "Donum vitae" nochmals zu prüfen.

Nach Auskunft des Sprechers des rheinland-pfälzischen Familienministeriums, Rüdiger Schlaga, liegen derzeit keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige Beratung bei "Donum vitae" vor. Bislang seien nur politisch motivierte Zweifel angemeldet worden. Als absurd bezeichnete die Bundesvorsitzende von "Donum vitae", Rita Waschbüsch, die Vorwürfe. Die bereits in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland tätigen Konfliktberatungsstellen seien von den Ministerien geprüft worden. Die Beratung sei ergebnisoffen, da der Wille der Frau respektiert und Beratungsscheine ausgeschrieben würden.

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