Politik : Dopingskandal in Österreichs Olympiateam

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Turin - Österreich droht bei den Olympischen Winterspielen einer der größten Dopingskandale der Sportgeschichte. Bei der Polizei-Razzia im Olympiaquartier der Langläufer und Biathleten am Wochenende sind nach Angaben der italienischen Staatsanwaltschaft etwa 100 Spritzen, 30 Schachteln mit Medikamenten sowie Apparate für Bluttransfusionen entdeckt worden. Die Biathleten Wolfgang Rottmann und Wolfgang Perner waren daraufhin noch in der Nacht zum Sonntag aus Italien geflohen. „Ich brauche Biathlon nicht mehr“, sagte Perner, Olympia-Dritter von 2002. Sein Cheftrainer Alfred Eder hatte den Manipulationsverdacht gegen ihn und den Ex-Weltmeister Rottmann verstärkt. „Fakt ist, dass einer der Burschen einen Plastiksack aus dem Fenster geworfen hat“, berichtete er.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erwartet die Ergebnisse der zusätzlich veranlassten Dopingkontrollen bei zehn österreichischen Athleten in zwei Tagen. Bei der Razzia in San Sicario und Pragelato war es zunächst um die Suche nach dem von Olympia verbannten sportlichen Leiter der Langläufer und Biathleten Österreichs, Walter Mayer, gegangen. Der 48-Jährige konnte sich zwar einer Strafverfolgung in Italien durch seine Abreise entziehen, geriet aber mit der Polizei in Österreich in Konflikt. Bei einer Verkehrskontrolle flüchtete er, raste in ein quer gestelltes Polizeifahrzeug und verweigerte einen Alkoholtest. Mayer muss nun mit einer Anklage wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung rechnen. Mayer war nach der so genannten „Blutbeutel-Affäre“ bei den Winterspielen 2002, als bei ihm Blutkonserven gefunden worden waren, vom IOC bis 2010 von Olympia ausgeschlossen worden. Tsp

Seiten 3, 22 und Meinungsseite

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