Politik : Doppelstrategie im Atomstreit mit dem Iran

Washington - Im Atomstreit mit dem Iran droht die Sechsergruppe mit schärferen Sanktionen, will aber auch an seinem Gesprächsangebot an Teheran festhalten. Deutschland, die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China telefonierten am Mittwoch in einer Konferenzschaltung mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nannte die Antwort des Iran auf das Angebot der Sechsergruppe „unzureichend“. Nachdem der Iran keine klare Antwort auf das Kooperationsangebot gegeben hat, drängen vor allem die USA auf weitere Strafmaßnahmen.

„Mit diesem Angebot haben wir unterstrichen, dass wir um eine diplomatische Lösung des Nuklearstreits bemüht sind“, erklärte Steinmeier in Berlin. Die Sechsergruppe halte an einer Verhandlungslösung fest. Gehe der Iran diesen Weg nicht mit, müsse sich der UN-Sicherheitsrat erneut mit dem Thema befassen, erklärte Steinmeier weiter. Die Sechsergruppe halte an ihrem „doppelten Ansatz“ in der Iranfrage fest.

Die Verbündeten hätten „keine andere Wahl“, als weitere Strafmaßnahmen zu ergreifen, sagte US-Präsidentensprecherin Dana Perino. An Bord des Flugzeugs, mit dem US-Präsident George W. Bush von Südkorea nach Thailand flog, begründete Perino die Haltung ihrer Regierung damit, Teheran habe nicht positiv auf das „großzügige Angebot“ der Sechsergruppe reagiert. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin sagte in Washington, es gebe weiterhin „Potenzial“ für einen Dialog mit Teheran. AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben