Politik : Doppeltes Jein zum Kosovo-Friedensplan

PARIS (AP/AFP).Eine Stunde nach Ablauf des Ultimatums der Bosnien-Kontaktgruppe haben die Kosovo-Albaner am Dienstag eingewilligt, das Abkommen für die Provinz zu unterzeichnen.Sie erbaten sich aber noch zwei Wochen Zeit.Die serbische Delegation erklärte sich bereit, über eine internationale Präsenz im Kosovo zu diskutieren.In einem Brief der Delegation an die Kontaktgruppe heißt es, sie wolle dem politischen Teil des Friedensplans "vorbehaltlich einiger kleiner Abänderungen" zustimmen, etwa hinsichtlich der künftigen Autonomie des Kosovo.

Die albanische Delegation war nach Ablauf des Ultimatums um 15 Uhr noch einmal zu abschließenden Beratungen zusammengekommen, um ihre Antwort zu dem Plan der Balkan-Kontaktgruppe zu formulieren.Bis zuletzt hatte US-Außenministerin Madeleine Albright an Serben und Albaner appelliert, den von der Balkan-Kontaktgruppe erarbeiteten Friedensplan für die südserbische Provinz zu unterzeichnen.Allerdings weigerten sich zunächst beide Seiten, von ihren Positionen abzurücken.Eine Einigung bis zum Ende der Frist schien deshalb unwahrscheinlich.US-Präsident Bill Clinton sprach dennoch von Fortschritten, wenngleich wichtige Gegensätze bestehen blieben.

Kurz vor Ende des Ultimatums verlautete noch aus beiden Delegationen, daß die Unterzeichnung des Friedensplanes nicht zustandekommen würde.Die Kosovo-Albaner hielten an ihrer Forderung fest, in einem Abschlußdokument die Unabhängigkeit der südserbischen Provinz in Aussicht zu stellen.In Pristina sagte ein Vertrauter des politischen Führers der Albaner, Ibrahim Rugova, an der Haltung der Albaner werde sich nichts ändern.Ähnlich äußerte sich ein Vertreter der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK).

Die Serben ihrerseits erklärten sich weiter nicht damit einverstanden, daß NATO-Truppen die Umsetzung des Abkommens überwachen.Wie die jugoslawische Nachrichtenagentur Tanjug berichtete, wies die serbische Delegation am Montag abend "neue Papiere" zurück, die ihr von den internationalen Vermittlern vorgelegt wurden.Über den Inhalt wurde zunächst nichts bekannt.Albright hat klargemacht, daß die NATO nur mit Luftangriffen auf ein Scheitern der Konferenz reagieren werde, wenn die Serben einseitig für den Mißerfolg verantwortlich sind.Andernfalls müsse über andere Wege zur Lösung des Konflikts nachgedacht werden.

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