Politik : Dostums Ernennung zum Minister weckt Begehrlichkeiten

Ashwin Raman

Nach der Ernennung des usbekischen Generals Abdul Rashid Dostum zum stellvertretenden Verteidigungsminister Afghanistans haben am Dienstag weitere Schiiten-Gruppen neue Ansprüche auf Regierungsämter angemeldet. Sie machen etwa 20 Prozent der Bevölkerung des Landes aus und wollen sich nicht mehr mit fünf Kabinettsposten zufrieden geben.

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Übergangspräsident Hamid Karsai musste auch Herats Gouverneur Ismail Khan Zugeständnisse machen. Sein Sohn, Mirwais Sadeq, bekam einen Posten im Verkehrsministerium. Humayun Jareer, von der Zypern-Gruppe ist auch nicht bereit, mit nur einem Ministerialposten abgefertigt zu werden. Jareer sagte: "Die Nordallianz hat 18 Posten für sich in Anspruch genommen. Wir werden mit solchen Zuständen nicht einverstanden sein." Auch Pir Sayed Ahmed Gaillani von der Pescharwar-Gruppe hat weitere Ansprüche geltend gemacht.

General Dostum hatte erklärt, seine Partei Jumbash-i-Milli sei nicht ausreichend an der Interimsregierung beteiligt. Er drohte zudem mit militärischen Aktionen. Obwohl sein Posten als stellvertretender Verteidigungsminister nur symbolischer Natur ist, hat er sich damit zufrieden gegeben.

Unterdessen ist der Ex-Präsident Afghanistans, Burhanuddin Rabbani, dabei, eine neue Partei zu gründen. Der 61-jährige Tadschike, der noch immer im Präsidentenpalast wohnt, hat das Bonner Abkommen nur notgedrungen akzeptiert. Er will in den nächsten Tagen Herat, Kandahar, Mazhar-i-Sharif und Jalalabad besuchen, um Unterstützung zu gewinnen. Der Sprecher der Interimsregierung, Syed Najibullah Hashimi, der auch Rabbanis Sprecher ist, sagte: "Rabbani möchte eine Partei gründen, in der die ethnischen Gruppen nicht nur symbolisch beteiligt sind. Er hat vor, bei den nächsten Wahlen gegen Karsai anzutreten."

Dessen Regierung hat seit ihrer Amtseinführung am vergangenen Samstag unter hohem Arbeitstempo bereits mehrere weit reichende Vorhaben in Angriff genommen. Dazu gehört der Auftrag an Verteidigungsminister Fahim, eine Freiwilligenarmee aufzubauen. Als besondere Herausforderung bezeichnete Nordallianz-Kommandeur Atta die Integration zehntausender Kämpfer, die derzeit den regionalen Kriegsherren im Land unterstünden.

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