Politik : Drahtzieher in der Schmiergeldaffäre um Ex-Staatssekretär Pfahls gefaßt

csl

Bei der Suche nach dem untergetauchten und mit Haftbefehl gesuchten früheren Verfassungsschutzpräsidenten Holger Pfahls haben die Fahnder neue Hinweise. In Toronto wurde gestern der Kaufmann Karl-Heinz Schreiber festgenommen, der im Jahr 1991 nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft insgesamt 10 Millionen Mark Schmiergelder an einflussreiche Politiker weitergeleitet haben soll. Die ermittelnde Augsburger Staatsanwaltschaft verspricht sich von der Aussage Schreibers neue Erkenntnisse und Beweise und wird die Auslieferung des jetzt Inhaftierten beantragen. Schreiber zahlte die Schmiergelder, um einen umstrittenen Export von Panzern des Thyssen-Konzerns nach Saudi Arabien zu fördern. Mit Millionenbeträgen seien der damalige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Holger Pfahls, der CDU-Schatzmeister Leisler-Kiep, der CSU-Politiker Erich Riedl und der Sohn des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten, Max Strauß, aus der Kasse des Thyssen-Konzerns geschmiert worden. Der mutmaßliche Drahtzieher des Waffendeals ging der Polizei in Kanada ins Netz, während sich die Spur des früheren Strauß-Büroleiters, Verfassungsschutzchefs und Staatsekretärs Pfahls nach einem Krankenhausaufenthalt im Juli auf Taiwan verlor. Zielfahnder des BKA suchen den Abgetauchten seitdem.

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