Politik : Drama an geschlossener Grenze

GENF/NEW YORK (AFP).An der Grenze zwischem dem Kosovo und Mazedonien geht es nach Einschätzung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) um Leben und Tod.Nach der Schließung des Grenzübergangs bei Blace drängten sich auf der jugoslawischen Seite seit Mittwoch abend mindestens 1000 Flüchtlinge; weitere Tausende könnten wegen der Schließung nicht aus Serbien fliehen, sagte UNHCR-Sprecher Kris Janowski am Donnerstag in Genf.

Skopje weigert sich, mehr neue Flüchtlinge aufzunehmen, als täglich außer Landes gebracht werden.Der ursprünglich für Donnerstag geplante Transfer mehrerer tausend Menschen nach Albanien scheiterte zunächst am Widerstand der Flüchtlinge."Das Hauptproblem ist die Öffnung der Grenze", sagte Janowski."Das ist eine Frage über Leben und Tod für viele Menschen", die jenseits der Grenzen den Serben ausgeliefert seien.Laut UNHCR sind derzeit fast 815 000 Kosovo-Albaner auf der Flucht, davon 680 000 in Nachbarstaaten der südserbischen Provinz.

Am Mittwoch hatte das UNHCR einen humanitären Korridor nach Albanien geöffnet, um möglichst viele der in Mazedonien gestrandeten Menschen nach Albanien zu bringen.Die Flüchtlinge wollen dieses Angebot aber nur wahrnehmen, wenn ihnen zugesichert wird, daß sie auch von Albanien aus in europäische Länder oder die USA ausreisen können.

Die UN-Flüchtlingskommissarin Sadako Ogata bestätigte Berichte von Menschenrechtsorganisationen, daß aus dem Kosovo geflohene Frauen zur Prostitution gezwungen werden.Sie würden verschleppt, an Frauenhändler übergeben und oftmals nach Italien gebracht, erklärte sie in New York.Vor allem Frauen und Kinder, die in Familien beherbergt würden, seien die Opfer.Ogata äußerte sich besorgt über das Phänomen, das allerdings schon vor Beginn des Krieges am 24.März existiert habe.

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