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Dramatische Lage in Afrika : Unicef: 1,4 Millionen Kinder von Hungertod bedroht

„Für mehr als eine Million Jungen und Mädchen läuft die Zeit ab“, heißt es von der UN-Kinderhilfsorganisation. Die EU-Kommission reagiert mit 82 Millionen Euro.

Frauen stehen in Bentiu (Südsudan) in einer Schlange für Lebensmittelhilfe an.
Frauen stehen in Bentiu (Südsudan) in einer Schlange für Lebensmittelhilfe an.Foto: Kate Holt/UNICEF/AP/dpa

Die EU-Kommission will die Hungersnot im Südsudan mit 82 Millionen Euro lindern. Damit sollten die dringendsten Bedürfnisse in dem zentralafrikanischen Land und den Nachbarstaaten wie Uganda gedeckt werden, teilte die Behörde am Dienstag in Brüssel mit. Die südsudanesische Regierung hatte am Montag erstmals seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 2011 den Hungernotstand erklärt. Demnach leiden 4,9 Millionen Menschen Hunger - 42 Prozent der Bevölkerung. Um den Hungertod weiterer Menschen zu verhindern, müsse sichergestellt werden, dass Hilfsorganisationen Zugang zu den betroffenen Gebieten bekämen, forderte die Kommission.

Mit den Geldern solle die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser ermöglicht werden, außerdem sollten sanitäre Einrichtungen, Unterkünfte und Schutz für die schwächsten Bevölkerungsgruppen ermöglicht werden. Die Europäische Union gehört zu den größten Spendern humanitärer Hilfe im Südsudan, bislang stellte sie 381 Millionen Euro an Hilfsgeldern bereit. Allein 2016 kam sie nach Angaben der Kommission für 40 Prozent der Finanzhilfen für lebensrettende Programme auf. Seit dem Beginn der Kämpfe im Dezember 2013 hat sich die humanitäre Lage in dem zentralafrikanischen Staat stetig verschlechtert.

Der Südsudan war erst 2011 mit Unterstützung der USA unabhängig geworden. Aber schon im Dezember 2013 eskalierte ein lange schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem damaligen Stellvertreter Riek Machar. Der Konflikt eskalierte zwischen Zugehörigen ihrer Ethnien: Kiir gehört zu den Dinka, die flächenmäßig den größten Teil des Landes besiedeln. Machar hingegen gehört zum Volk der Nuer.

Diese bewohnen traditionell die jetzt von der Hungersnot betroffene Region. Insgesamt wurden bei Kämpfen und ethnisch motivierten Massakern im Südsudan zehntausende Menschen getötet und mehr als 3,1 Millionen weitere aus ihren Häusern vertrieben. (AFP)


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