Politik : Drastische Einbrüche auf deutschen Börsen

DAX fiel um acht Prozent / Trendwende an der Wall Street / Experten sprechen von angemessener Korrektur BERLIN (Tsp).Die weltweite Börsenkrise hat am Dienstag auch auf dem deutschen Aktienmarkt zu einem drastischen Kurseinbruch geführt.Der Deutsche Aktien-Index (Dax) fiel um 311,90 Punkte oder 8,04 Prozent auf einen Schlußstand von 3567,22 Punkte.An der New Yorker Aktienbörse zeichnete sich dagegen wieder eine Erholung von den jüngsten Kursstürzen ab. Nach dem Kurssturz an der Frankfurter Börse um acht Prozent fielen die Aktienkurse in New York zunächst noch einmal um mehr als 175 Punkte unter einen Dow-Jones-Index von 7000 Punkten.Nachrichten über die Entwicklung beim Privatkonsum sorgten dann aber für eine plötzliche Umkehr und ein Index-Plus von mehr als 30 Punkten.Eineinhalb Stunden nach Beginn des New Yorker Handels lag der Dow-Jones-Index bei 7102,09 Punkten - das entspricht einem Plus von 30,94 gegenüber dem Vortagesschluß.Börsianer führten dies auf die Meldung über eine Stimmungseintrübung im Privatkonsum zurück - dies werteten die Anleger als Hinweis auf eine Dämpfung der Konjunktur, womit die von den Aktionären befürchtete Zinserhöhung der US-Notenbank überflüssig werden könnte. Wirtschaftsexperten wie Heiner Flassbeck vom Deutschen Instititut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin sprachen im Zusammenhang mit den Kurseinbrüchen von einer "angemessenen Korrektur".Es gebe aber "keine Gewährleistung dafür, daß sich das Ganze nicht zu einer Panik ausweitet".Bundesfinanzminister Theo Waigel versicherte in Bonn, die grundlegenden Wirtschaftsdaten in Europa seien solide.Die Finanzminister der G-7-Staaten und die Chefs der Notenbanken stünden im engen Kontakt, um die Entwicklung an den Märkten zu beobachten.Während in Südostasien ein erheblicher wirtschaftspolitischer Korrekturbedarf bestehe, seien in den USA, in Europa und Deutschland die Fundamentaldaten jedoch sehr solide.Waigel erwartet, daß sich die günstige Konjunkturentwicklung fortsetzen wird.Auch der Chefökonom der Dresdner Bank, Klaus Friedrich, sprach gegenüber dem Tagesspiegel von einer Korrektur der Kurse.Die guten Gewinnaussichten deutscher Unternehmen seien nicht beeinträchtigt.Friedrich riet dazu, jetzt Aktien zu kaufen.Der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK), Dieter Kauffmann, warnte angesichts der aktuellen Kursstürze vor Panikreaktionen.

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