Politik : Drauf ist drauf (Glosse)

Aus der Serie "Matthies meint"

Wer Unrecht tut, weiß das vorher. Schwarzgeld im Koffer auf das Liechtensteiner Konto tragen, dem Nebenbuhler ein Messer zwischen die Rippen jagen, leeren Blicks allabendlich "Big Brother" glotzen - wer so etwas macht, handelt vorsätzlich und kann sich nicht auf mildernde Umstände berufen. Dennoch gibt es im Leben immer wieder unbekannte Delikte, die geeignet sind, jeden von uns auf die schiefe Bahn und in ein Leben voller Drogen und tätowierter Oberarme zu führen. Damit also niemand behauptet, er habe von nichts gewusst, hier die Mahnung: Es ist verboten, einmal aufgeklebte Briefmarken abzulösen und erneut zu verwenden! Drauf ist drauf, und zwar schon seit einem Jahr, wie ein Postsprecher jetzt im Rahmen eines Streits mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mitgeteilt hat - man möchte Betrügereien mit benutzten, aber nicht gestempelten Marken unterbinden. Aber wie mögen die Kontrollen aussehen? Färben die Dinger beim Zweitschleck die Zunge schwarz? Fallen ihnen im Wasser die Zacken aus? Und der Strafrahmen: Ein Monat toter Briefkasten für zu Hause? Oder kriegt der Frevler eine geklebt? Bis das geklärt ist, hier zur Sicherheit noch eine weitere, viel zu wenig bekannte Briefmarken-Regel: Auf E-Mails dürfen sie überhaupt nicht draufgeklebt werden. Die werden nämlich einfach so in den Kasten geworfen.Aus der Serie "Matthies meint"

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