Politik : Drei Briten in Afghanistan getötet

Christine Möllhoff

Neu-Delhi/Kabul - Die Taliban scheinen entschlossen, ihre Drohungen wahr zu machen: Einen Tag nach der Übernahme des Kommandos für Südafghanistan durch die internationale Schutztruppe Isaf haben die Rebellen dort drei britische Isaf-Soldaten getötet. Ein vierter wurde schwer verletzt. Laut Isaf waren die Soldaten am Dienstagmorgen bei einer Patrouille in der Provinz Helmand in einen Hinterhalt geraten und mit Panzerfäusten beschossen worden.

Der Sprecher der radikalislamischen Taliban, Kari Mohammad Jusif Ahmadi, erklärte gegenüber der Agentur dpa, Taliban-Kämpfer hätten die Patrouille angegriffen. Nach dem Anschlag kam es zu Gefechten. Bereits in den Vorwochen waren sechs britische Soldaten in der Region getötet worden. In Afghanistan sind etwa 4000 Briten stationiert, die meisten in Helmand. Die Taliban haben mit massiven Terrorattacken auf die Isaf-Truppen gedroht.

Die von der Nato geführte Isaf hatte am Montag offiziell das Kommando für Südafghanistan von den US-befehligten Koalitionstruppen übernommen. Im Süden sollen 8000 zusätzliche Soldaten, vor allem aus Großbritannien, Kanada und den Niederlanden stationiert werden. Der Einsatz gilt als einer der gefährlichsten in der 57-jährigen Geschichte der Nato. Die Sicherheitslage im Süden und Osten Afghanistans hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Verglichen mit den Amerikanern gelten die Europäer und Kanadier als wenig kampferprobt.

Der Süden Afghanistans gilt als Hochburg der 2001 gestürzten Taliban. Allein in diesem Jahr sind in Afghanistan bislang mehr als 1700 Menschen bei Anschlägen oder Kämpfen zwischen Aufständischen und ausländischen Truppen ums Leben gekommen, die meisten davon im Süden. Die Nato hat seit Montag das Kommando über ganz Afghanistan mit Ausnahme des Ostens, wo noch immer mehr als 20 000 US-Soldaten stationiert sind. Die Bundeswehr hatte im Juni im Rahmen der Isaf das Kommando über den bisher vergleichsweise ruhigen Norden übernommen.

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