Politik : Drei Liberale für NRW

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Düsseldorf - Guido Westerwelle wollte nichts dem Zufall überlassen. Obwohl sein Terminkalender angesichts des mannigfachen Streits in der Berliner Koalition mehr als voll ist, hat er es sich nicht nehmen lassen, am späten Montagabend dem nordrhein-westfälischen Landesvorstand seiner FDP beizuwohnen und die Fäden bei der Nachfolge von Andreas Pinkwart in der Hand zu halten. Pinkwart zieht sich aus der Politik zurück. Natürlich weiß der Parteivorsitzende Westerwelle, dass es auch für sein weiteres politisches Schicksal nicht egal ist, wer in NRW die Führung übernimmt. Nach der Sitzung hat er dann zwar nichts zu den drei möglichen Kandidaten gesagt, aber hat den Tagungsort mit dem Bewusstsein verlassen, dass ihm vorerst aus Düsseldorf keine Gefahren drohen.

In Berlin war man zu der Überzeugung gelangt, dass es vor allem einer nicht werden durfte: Gerhard Papke, der Fraktionschef der Liberalen in Düsseldorf. Der zählt zwar als begabter Redner zu den auffälligsten Figuren im nordrhein-westfälischen Landtag, hat sich aber mit seiner harten Ablehnung einer Öffnung gegenüber Rot-Grün ein wenig ins Abseits manövriert.

Am Wochenende wurde deshalb viel zwischen den Spitzenliberalen hin- und hertelefoniert, bis am Ende klar war: Papke würde nicht antreten und sich mit dem Fraktionsvorsitz begnügen. Nun konnte FDP-Generalsekretär Christian Lindner seinen Verzicht erklären, nachdem er einige Tage lang Spekulationen Raum gegeben hatte, auch er habe Ambitionen.

Nun sortiert sich das Feld der Kandidaten. Drei Anwärter überlegen, ob sie ihren Hut in den Ring werfen: Bundestagsfraktionsvize Gisela Piltz, die auch Düsseldorfer FDP-Vorsitzende ist, der Gesundheitsexperte Daniel Bahr und der Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff. Weil Piltz bisher eher regional bekannt ist, dürfte der Wettstreit in den kommenden Tagen zwischen Bahr und Lambsdorff ausgefochten werden. Wenn sie sich nicht einigen sollten, wird es am 27. November in Dortmund zu einer Kampfkandidatur kommen. Jürgen Zurheide

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