DREI MONATE LÄNGER ARBEITEN : Heute ist Equal Pay Day

Damit Frauen so viel Geld verdienen wie Männer, müssen sie, übers Jahr gesehen, fast drei Monate länger arbeiten. Rechnerisch wird der „Gleichstand“ beim Gehalt am 20. März erreicht, der deshalb als „Equal Pay Day“ gilt. Aktuelle Studien der Bundesagentur für Arbeit und des DGB zufolge hat sich die Einkommensungleichheit in den vergangenen 15 Jahren kaum verändert. Trotz gleicher Ausbildung, gleichem Alter und gleichem Beruf verdienen Frauen zwölf Prozent weniger als Männer. Besonders schlecht wird in sozialen Berufen gezahlt, und es sind vor allem Frauen, die hier als Erzieherinnen oder Pflegerinnen arbeiten. Im Niedriglohnbereich insgesamt sind etwa 70 Prozent der Beschäftigten weiblich. „Das Problembewusstsein ist da und zwar bei fast allen Bürgerinnen und Bürgern“, sagt Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende. Laut einer Umfrage von Infratest dimap, meinen 89 Prozent der Deutschen, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit nicht das gleiche Geld bekommen. 56 Prozent der Befragten kennen Lohndiskriminierung aus eigener Erfahrung oder in ihrem Bekanntenkreis. Trotzdem, so der DGB, sei die Lohnlücke in Deutschland größer als in den meisten anderen europäischen Ländern. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber warnt dennoch vor „neuem gesetzlichen Aktionismus“. Dies wäre „überflüssig“, da rein rechtlich unterschiedliche Entlohnung schon heute unzulässig sei. lis

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