Politik : Drei Viertel der Deutschen sind enttäuscht über Bush II

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Für den aktuellen Deutschlandtrend im Auftrag von ARD/Bericht aus Berlin und Tagesspiegel hat Infratest dimap in der Zeit vom 2. bis 3. November 1000, für die Sonntagsfrage 1500 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt.

Die Präsidentschaftswahl in den USA hat in dieser Woche wie kein anderes Ereignis die Aufmerksamkeit der Bundesbürger auf sich gezogen. Sechs von zehn Wahlberechtigten beschäftigten sich in den letzten Tagen vor allem mit dem politischen Großereignis in Amerika. So groß das Interesse an der Wahl war, so groß fiel allerdings auch die Enttäuschung über den Wahlausgang aus. 75 Prozent betrachten die Wiederwahl von George Bush kritisch.

Nach Ansicht von 84 Prozent wird sich am Zustand der deutsch-amerikanischen Beziehungen jedoch nicht viel ändern. Auch sieht eine Mehrheit (81 Prozent) keinen Grund, dass die Bundesregierung nunmehr stärker auf die amerikanische Regierung zugehen sollte.

Nicht nur der Blick auf Amerika, auch die Sicht auf die deutsche Politik liefert den Bundesbürgern derzeit kaum Anlass zu positiven Urteilen. Konnte die Bundesregierung im letzten Monat ihr Ansehen deutlich verbessern, hat sich ihr Zuspruch binnen vier Wochen wieder etwas verschlechtert. Aktuell äußern sich lediglich 22 Prozent der Deutschen zur Arbeit des Bundeskabinetts zufrieden. Zugleich erwarten aber auch nur 28 Prozent der Bundesbürger, dass ein Regierungswechsel zu Gunsten der Union eine bessere Politik zur Folge hätte.

Da die Union trotz der Ansehensschwäche von Rot-Grün bei einer Mehrheit der Bundesbürger nicht als überzeugende Alternative gilt, besteht weiterhin Raum für Verschiebungen in der politischen Stimmung. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, könnte die CDU/CSU mit 40 Prozent der Zweitstimmen rechnen, ein Prozent weniger als noch vor einem Monat. Die SPD legt im Gegenzug in gleichem Umfang zu, sie könnte zurzeit mit 30 Prozent der Zweitstimmen rechnen. Grüne und FDP verbessern sich ebenfalls um einen Punkt. Die Grünen hätten damit einen Stimmenanteil von 13 Prozent in Aussicht, die FDP von 8 Prozent. Die PDS verliert einen Punkt, sie käme aktuell nur noch auf 5 Prozent der Zweitstimmen.

Allen anderen Parteien bliebe derzeit der Einzug in den Bundestag verwehrt. Ein gemeinsames Bündnis von NPD und DVU hätte aber derzeit bundesweit durchaus ein Wählerpotenzial von 7 Prozent. Tsp

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