Dreikönigstreffen der FDP : Mutmachen für das Comeback

Am Montag findet das traditionelle Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart statt, zum ersten Mal seit dem Debakel der Partei bei der Bundestagswahl. Einer hat es dort besonders schwer.

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Die FDP kommt zu ihrem Dreikönigstreffen in Stuttgart zusammen.
Die FDP kommt zu ihrem Dreikönigstreffen in Stuttgart zusammen.Foto: dpa

Für Christian Lindner wird es keine leichte Aufgabe: Beim traditionellen Dreikönigstreffen in Stuttgart an diesem Montag will der neue FDP-Vorsitzende seiner Partei, die bei der Bundestagswahl im vergangenen September aus dem Parlament geflogen ist, wieder Mut zusprechen. Immerhin kann Lindner darauf verweisen, dass die Liberalen seitdem 2000 neue Mitglieder gewonnen haben. Der FDP-Chef hofft darauf, dass bei den Menschen das Gefühl wachse, dass es mit dem Ausscheiden der Liberalen „eine Lücke“ im Parlament gebe.

Erstmals kam die FDP in einer Umfrage wieder auf fünf Prozent

Mitte vergangener Woche waren die Liberalen zum ersten Mal seit der Bundestagswahl in einer Umfrage wieder auf fünf Prozent gekommen. Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte den Anstieg damit, dass Mittelständler, Handwerker, kleine Unternehmer oder Freiberufler ihre Interessen in der großen Koalition nicht vertreten sähen. Zudem wirke sich der Führungswechsel bei den Liberalen positiv aus. Noch im Dezember hatte die FDP ihre Führungsriege neu gewählt, der frühere Generalsekretär Lindner wurde damals zum Nachfolger von Philipp Rösler bestimmt.

Als erste Bewährungsprobe für den neuen FDP-Vorsitzenden gilt die Europawahl im Mai dieses Jahres, die zeitgleich zu Kommunalwahlen in zehn Bundesländern stattfindet. Lindner und die neue Generalsekretärin Nicola Beer gehen dabei bewusst auf Distanz zur europakritischen AfD. „Wir wollen Europa“, sagte Beer, es müsse nur besser organisiert werden. Sie äußerte die Hoffnung, den europakritischen Flügel der FDP einbinden zu können. Lindner sagte der „Welt“, sein Favorit als Spitzenkandidat für die Europawahl sei der Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff.

Mutmachen vor dem Dreikönigstreffen

Vor dem Dreikönigstreffen rief auch der baden-württembergische Landeschef Michael Theurer seine Partei zu Optimismus für das neue Jahr auf. Er sei überzeugt, dass 2014 zum Jahr der Liberalen werden könne. „Nutzen wir diese Chance“, sagte Theurer am Sonntag vor rund 400 Delegierten beim Landesparteitag in Stuttgart. Theurer beteuerte, man lasse den Kopf nicht hängen. „Wir sind eine Gruppe von Optimisten.“ Der FDP-Mann attackierte die große Koalition in Berlin. Union und SPD verteilten neue Wohltaten auf Pump und ignorierten Herausforderungen für den demografischen Wandel.

Zu dem traditionellen Treffen in Stuttgart wird auch der langjährige Außenminister Hans-Dietrich Genscher erwartet. Der frühere FDP-Chef Guido Westerwelle hingegen, bis vor kurzem Außenminister der schwarz-gelben Regierung, hat ebenso wie Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr abgesagt. (mit dpa)

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