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Dreikönigstreffen in Stuttgart : Niebel rechnet mit FDP-Spitze ab - Rösler verlangt Fairness

FDP-Chef Rösler hat auf ein Signal der Geschlossenheit gehofft. Doch Parteifreund Niebel macht ihm einen Strich durch die Rechnung: Beim Dreikönigstreffen setzt er zum Frontalangriff an.

Entwicklungsminister Dirk Niebel hat die Krise in der FDP mit scharfer Kritik an der Parteispitze um Philipp Rösler angeheizt.Weitere Bilder anzeigen
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06.01.2013 15:19Entwicklungsminister Dirk Niebel hat die Krise in der FDP mit scharfer Kritik an der Parteispitze um Philipp Rösler angeheizt.

FDP-Chef Philipp Rösler hat maßlose und erniedrigende Kritik an seiner Partei beklagt. Die Gegner versuchten, die Liberalen unter die Wasserlinie zu drücken. Wenn die FDP in der Öffentlichkeit teils als Unkraut bezeichnet werde, müsse er sagen: „Hier werden Grenzen - auch der Kritik - überschritten“, betonte Rösler am Sonntag beim Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart. Er persönlich als Parteichef müsse mit Kritik leben: „Das gehört zu meinem Job.“

Rösler hat aber auch seine innerparteilichen Gegner zur Ordnung gerufen. „Es gehört zur Geschichte von Parteivorsitzenden, dass sie kritisiert werden, damit habe ich kein Problem“, sagte Rösler am Sonntag beim Dreikönigstreffen seiner Partei in Stuttgart. Die Partei sei nun aber den Wahlkämpfern des Landesverbands in Niedersachsen verpflichtet, die in zwei Wochen eine Wahl zu bestehen haben. "Glaubwürdigkeit ist immer auch eine Frage des Stils, der Fairness, der Solidarität“, sagte Rösler. Von dem Stuttgarter Treffen müsse das Signal ausgehen, „dass wir gemeinsam bereit sind zu kämpfen“. Von seinen Parteifreunden verlangte Rösler Geschlossenheit. „Die Wähler erwarten zu Recht, dass wir glaubwürdig für die Idee der Freiheit eintreten.“

Rösler allein zu Haus
Philipp Rösler (39): Der Wirtschaftsminister und Vizekanzler will nicht kampflos die Spitze räumen. Viele Abgeordnete und einige Landesverbände trauen ihm aber nicht mehr zu, den Wiedereinzug in den Bundestag zu sichern. Rösler hat sein politisches Schicksal mit dem Abschneiden in seiner Heimat Niedersachsen verknüpft. Scheitert die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde, dürfte er rasch zurücktreten. Bei knapp über 5 Prozent könnte er versuchen, sich in eine Teamlösung mit Fraktionschef Brüderle zu retten. Oder Rösler gibt den Vorsitz ab, bleibt aber Wirtschaftsminister.Alle Bilder anzeigen
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05.01.2013 16:07Philipp Rösler (39): Der Wirtschaftsminister und Vizekanzler will nicht kampflos die Spitze räumen. Viele Abgeordnete und einige...

Der Parteichef sieht Fortschritte bei der Lösung der Euro-Staatsschuldenkrise. Seine Partei habe die verbindlichen Regeln für solide Haushalte, mehr Wachstum und Schuldenbremsen mit durchgesetzt. Die FDP stehe zu ihrer Verantwortung: „Europa hat seinen Preis - aber vor allem seinen Wert“, sagte der Bundeswirtschaftsminister. Die FDP werde eine gemeinsame Haftung bei Staatsschulden (Eurobonds) verhindern.

Inflation fresse das Ersparte der Menschen auf. „Wir werden die Enteignung niemals zulassen.“ Die Politik dürfe deshalb die EZB nicht benutzen. „Hände weg von der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank“, sagte Rösler.

Nach den Worten Röslers will die Partei bei der Wahl in Niedersachsen die gemeinsame Regierung mit der CDU behaupten. Nur die FDP garantiere die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit in Hannover, sagte Rösler am Sonntag zum Auftakt seiner mit Spannung erwarteten Rede. Intern gilt es als ausgemacht, dass die Verteidigung der Regierungsbeteiligung bei der Landtagswahl am 20. Januar die persönliche Messlatte für Rösler ist. Seine Gegner wollen bei einem schwachen Ergebnis seinen Rückzug von der FDP-Spitze erreichen.

Brüderle appelliert an die Kampfbereitschaft seiner Partei.
Brüderle appelliert an die Kampfbereitschaft seiner Partei.Foto: dpa

Fraktionschef Rainer Brüderle hat seine Partei aufgefordert, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. „Wir müssen aufstehen und kämpfen. Wir müssen an uns selbst glauben“, sagte Brüderle am Sonntag beim Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart. Die FDP sei zäh. Drei Jahre habe die Partei in Berlin Asche auf ihr Haupt gestreut. Jetzt müsse gekämpft werden. Bei der Bundestagswahl sei ein erneuter großer Erfolg von Schwarz-Gelb mit „Stil, Inhalt und Personen“ erreichbar. Brüderle zählte unter dem Beifall der 1400 Gäste eigene Erfolge der FDP in der Regierung auf.

„Die FDP hat die CDU besser gemacht.“ Brüderle, der als möglicher neuer Vorsitzender gehandelt wird, lobte ausdrücklich die Leistung von Wirtschaftsminister und Parteichef Philipp Rösler.

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