Dresden : Dutzende Rechte störten Uni-Veranstaltung

Mehrere Dutzend Rechtsradikale haben am Mittwochabend versucht, eine Veranstaltung zum Thema Rechtsextremismus an der Technischen Universität Dresden zu sprengen. Die Polizei musste gegen die gewalttätigen Störer vorgehen.

DresdenRund 30 Rechte seien vor der Veranstaltung "Rechtsextremismus - Was bringen Verbote?" in den Seminarraum eingedrungen und konnten erst durch ein größeres Polizeiaufgebot aus dem Raum gedrängt werden, teilten die Veranstalter des Studentenverbands der Linkspartei in Dresden mit. Dabei sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen, einer jungen Teilnehmerin sei ins Gesicht geschlagen worden, hieß es seitens der Veranstalter weiter. Als das Seminar mit rund 50 Teilnehmern dann schließlich begann, hätten rund 50 bis 60 Rechtsextreme vor der Tür versucht, mit Megaphonen und Transparenten weiter zu stören. Unter den Stören hätten sich auch zahlreiche NPD-Mitglieder befunden. Die Veranstaltung, an der der Dresdner Oberstaatsanwalt Jürgen Schär als Referent teilnahm, habe jedoch abgehalten werden können.

Der Rektor der Universität, Hermann Kokenge, zeigte sich entsetzt. "Ich bin empört darüber, dass diese Veranstaltung auf dem Campus der TU Dresden von Neonazis gestört wurde, so dass sogar die Polizei gerufen werden musste, um das Hausrecht der Universität durchzusetzen", erklärte er. Es habe sich "um eine angemeldete Veranstaltung mit einem hochrangigen Referenten" gehandelt. Selbstverständlich werde die Universität auch künftig derartige Veranstaltungen, die sich mit dem Thema Rechtsradikalismus oder anderen politischen Themen beschäftigten, abhalten und "keinesfalls rechten Akteuren das Feld überlassen".

Schär war als Staatsanwalt an den Prozessen gegen Rädelsführer der verbotenen rechtsextremen "Skinheads Sächsische Schweiz" (SSS) beteiligt. Die SSS wurde 2001 vom sächsischen Innenministerium verboten, weil sie sich offen zum Nationalsozialismus bekannt und für ihre Ziele auch Straftaten begangen hatte. (mhz/AFP)

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