Politik : Dresden wehrt sich gegen Neonazis Gedenken an Opfer der Luftangriffe 1945

Dresden - Dresden hat am Montag der Opfer der Bombenangriffe auf die Stadt und ihrer Zerstörung vor 67 Jahren gedacht. In Predigten und Reden wurde zugleich daran erinnert, dass das millionenfache Leid im Zweiten Weltkrieg seinen Ursprung in Nazi-Deutschland hatte. Mehr als 13 000 Dresdner und Gäste bildeten eine Menschenkette um die Innenstadt und setzten damit ein Zeichen gegen Nationalsozialismus, Rassismus und Gewalt.

Die Menschenkette zog sich etwa 3,6 Kilometer lang über die Elbe durch Alt- und Neustadt. Sie sollte ein klares Bekenntnis gegen den Missbrauch des Gedenktages durch Rechtsextremisten sein. „Unsere Stadt steht fest zusammen, mit Mut, Respekt und Toleranz“, sagte der amtierende Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Unter dem Geläut der Kirchenglocken reichten sich die Teilnehmer um 18 Uhr für zehn Minuten die Hände und schlossen den Ring. Vor der Frauenkirche formten Passanten später aus tausenden Lichtern mit Namen von Opfern der Dresdner Luftangriffe eine meterlange Kerze auf dem Pflaster.

Gegen den geplanten Fackelzug von Neonazis hatten Parteien, Kirchen und Verbände zum friedlichen Protest aufgerufen. Etwa 800 Rechtsextremisten versammelten sich schließlich, abgeschirmt von einem großen Polizeiaufgebot, am Rande des Zentrums. Die Polizei hatte mit bis zu 2000 Neonazis gerechnet. Hunderte Gegendemonstranten formierten sich in Sicht- und Hörweite. dpa

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben