• Dresslers Ratschläge für Jerusalem: "Als Botschafter ungeeignet" - Auch Jerusalemer Bürgermeister kritisiert SPD-Politiker

Politik : Dresslers Ratschläge für Jerusalem: "Als Botschafter ungeeignet" - Auch Jerusalemer Bürgermeister kritisiert SPD-Politiker

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Israel wird scharf reagieren, falls der designierte deutsche Botschafter in Tel Aviv, Rudolf Dreßler, an seinen umstrittenen Äußerungen zum Status von Jerusalem festhält. In einem Gespräch mit dem "Bonner Generalanzeiger" hatte Dreßler offensichtlich Sympathien für eine internationale Verwaltung Jerusalems geäußert.

Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Aviv Shir-On sagte dem Tagesspiegel, "wenn Dreßler tatsächlich dies gesagt hat, dann ist dies sehr schlimm. Wir werden seine Äußerungen studieren und entsprechend reagieren". Wie diese Reaktion ausfallen würde, wollte Shir-On nicht sagen, doch betonte er, "falls keine Richtig- oder Klarstellung erfolgt oder gesagt wird, dass die Worte aus dem Zusammenhang gerissen wurden, wird ziemlich scharf reagieren werden". Erfolgt aber eine Klarstellung, so sei "das Ganze wohl weniger wichtig".

Viel wichtiger - so Shir-On - sei die Tatsache, dass die Bundesregierung auf diplomatischem Wege der Regierung in Jerusalem erklärt habe, sie halte an ihrem bisherigen Standpunkt zur Frage des künftigen Status von Jerusalem fest, trete also nach wie vor für eine einvernehmliche Lösung zwischen Israelis und Palästinenser auf dem Verhandlungswege ein.

Der Jerusalemer Oberbürgermeister Ehud Olmert attackierte in einem Rundfunkinterview den SPD-Politiker Dreßler: "Es ist eine totale Dummheit, einen solchen Unsinn daherzureden. Dies zeigt klar, dass dieser Mann nicht als Botschafter Deutschland in Israel geeignet ist, und ich hoffe, dass er es auch nicht wird."

Der frühere israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, sprach im Zusammenhang mit dem Zeitungszitat Dreßlers von "einem abwegigen Vorschlag". Bei ihren jüngsten Verhandlungen seien sich Israelis und Palästinenser "so nah gekommen wie nie zuvor" und müssten nun bis zu einer Einigung weitermachen. "Die Lösung wird ein israelisch-palästinensischer Kompromiss, aber keine Internationalisierung sein".

Unterdessen erklärte Dreßler, es "handle es sich um eine aus dem Zusammenhang eines längeren Hintergrundgespräches gerissene Formulierung" und er habe mit "Nein" auf die Frage geantwortet, ob er sich als Botschafter zum Status Jerusalems äußern würde, denn dies sei nicht Sache des Botschafters.

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