Drogen : Merkel will Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen bekämpfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft zu einer stärkeren Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs unter Jugendlichen auf. "Mich haben die Zahlen, die die Drogenbeauftragte veröffentlich hat, aufgeschreckt", sagte die Kanzlerin.

Merkels Maß
Angela Merkel genießt in Maßen. -Foto: dpa

Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem Alkoholmissbrauch Jugendlicher den Kampf angesagt und eine gesellschaftliche Kraftanstrengung verlangt. "Es kann uns nicht kalt lassen, wenn wir immer wieder hören, dass Jugendliche ihre Gesundheit ganz bewusst aufs Spiel setzen nur weil es gerade in ist, vielleicht übermäßig Alkohol oder andere Drogen zu konsumieren", sagte sie in einer Videobotschaft am Samstag. "Mich haben die Zahlen,die die Drogenbeauftragte der Bundesregierung zu Beginn dieser Woche veröffentlich hat, aufgeschreckt."

So habe sich die Zahl der Jugendlichen, die zu einer speziellen Behandlung wegen Alkoholkonsums in Kliniken eingeliefert werden mussten, zwischen 2000 und 2006 verdoppelt. "Wenn wir 20.000 solcher Fälle zu beklagen haben, dann sind das leider keine Einzelfälle", beklagte die Kanzlerin. Sie mahnte Eltern, Mitschüler und Lehrer zu helfen, forderte aber auch Unterstützung der Vertreter des Hotel- und Gaststättengewerbes. Merkel: "Jeder, der in einer Gaststätte anbietet, dass es sogenannte Flatrates für übermäßigen Alkoholkonsum gibt, der muss wissen, dass er dazu einen Beitrag leistet, junge Menschen zum Alkoholkonsum zu verführen."

Gesetze allein reichen nicht

Die Kanzlerin verwies darauf, dass Bund und Länder bereits eine Reihe von Maßnahmen wie die Sondersteuer auf sogenannte Alcopops und das absolute Alkoholverbot für Führerscheinneulinge ergriffen hätten. Allein mit Gesetzen könne man das Problem aber nicht lösen. Vielmehr müsse man "im Bereich der Vorbeugung, der Aufklärung arbeiten".

Dazu brauche man "Eltern, Mitschüler, Lehrer, die Vertreter des Hotel- und Gaststättengewerbes, also all diejenigen, die mit jungen Menschen Kontakt haben und aufklärerisch tätig werden können", betonte Merkel. (ae/dpa/ddp)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar