Drogenpolitik : Regierung will Cannabis-Konsum für Schwerkranke erleichtern

Mehr Schmerzpatienten sollen nach dem Willen der Bundesregierung Cannabis als Medizin bekommen. Noch im laufenden Jahr ist ein Gesetz dazu geplant.

Eine Hanfpflanze in einem Garten
Eine Hanfpflanze in einem GartenFoto: dpa/Oliver Berg

Die Bundesregierung will für schwerkranke Schmerzpatienten den Cannabis-Konsum erleichtern. "Mein Ziel ist, dass in Zukunft mehr Menschen als bisher Cannabis als Medizin bekommen können", sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), der Zeitung "Die Welt" vom Dienstag. Für diese Patienten müssten die Kosten von den Krankenkassen erstattet werden. "Wir wollen noch dieses Jahr das Gesetz durch den Bundestag bringen, damit es ab nächstem Jahr greift", fügte Mortler hinzu.

Die Drogenbeauftragte gestand aber ein, dass es "nicht ganz einfach" sei, abzugrenzen, wer Cannabis tatsächlich dringend als Medikament benötige. Patienten, die Cannabis zur Linderung von chronischen Erkrankungen brauchen, können derzeit noch ins Visier von Ermittlern geraten. "Die Politik muss hier schnell Klarheit schaffen", sagte Mortler.

Anbau und Besitz illegal

Die Cannabis-Präparate in den Apotheken sind teuer. Die Kosten werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Entscheiden die Patienten sich für den Eigenanbau von Hanfpflanzen, droht ihnen unter Umständen ein Ermittlungsverfahren. In Deutschland ist der Anbau und Besitz von Hanf illegal.

Im Vorjahr hatte das Verwaltungsgericht Köln drei chronischen Schmerzpatienten erlaubt, als „Notlösung“ in ihren Wohnungen Cannabis anzubauen, da entsprechende Medikamente wegen fehlender Kostenübernahme für sie unerschwinglich seien.

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland - aber auch Basis für Medikamente. Den beiden Hauptwirkstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) wird eine krampflösende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben.

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