Politik : Drohnen-Projekt Euro-Hawk: Deutschland steigt aus

Da gab’s noch was zu feiern. Zeremonie für den ersten Euro Hawk im Oktober 2011 in Manching bei Ingolstadt. Jetzt sieht die Bundeswehr kaum noch Aussichten für den regulären Flugbetrieb. Foto: AFP
Da gab’s noch was zu feiern. Zeremonie für den ersten Euro Hawk im Oktober 2011 in Manching bei Ingolstadt. Jetzt sieht die...Foto: AFP

Berlin - Deutschland steigt aus dem millionenschweren Projekt der Aufklärungsdrohne Euro Hawk aus. „Wir ziehen die Reißleine“, hieß es am Dienstag aus der Leitungsebene des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Die Bundeswehr sollte ursprünglichen Planungen zufolge vier eigene unbemannte Drohnen des Typs kaufen.

Hintergrund der nun getroffenen Entscheidung ist, dass die Bundeswehr keine Aussichten sieht, mit vertretbarem Aufwand eine Zulassung für den regulären Flugbetrieb der Drohne in Deutschland zu bekommen. Das Ministerium will den Verteidigungsausschuss des Bundestages am Mittwoch über den Ausstiegsbeschluss informieren. „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, hieß es dazu aus Ministeriumskreisen.

Bislang wurden demnach rund 562 Millionen Euro in das Projekt investiert. 508 Millionen Euro davon flossen in die Beschaffung eines Demonstrations-Fluggeräts des US-Herstellers Northrop Grumman und die zugehörige Aufklärungstechnik des europäischen EADS-Konzern. 54 Millionen Euro wurden für Industrieleistungen wie etwa Flugtests gezahlt.

Für die Stornierung der geplanten Beschaffung von vier voll ausgerüsteten Drohnen fallen dagegen den Angaben zufolge keine Kosten an, da diese vertraglich vom erfolgreichen Verlauf der Erprobung des unbemannten Fluggeräts abhängig gemacht worden sei. Dazu zähle auch die Zulassung für Flüge im deutschen und europäischen Luftraum. Diese ist deswegen problematisch, weil der US-Hersteller sicherheitsrelevante Konstruktionspläne der Drohne nicht zur Verfügung stellt. Zudem fehlt nach einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ein vorgeschriebenes Gerät zum automatischen Ausweichen bei Kollisionsgefahr.

Zwar wäre es laut Verteidigungsministerium grundsätzlich wahrscheinlich möglich, die Drohne so umzubauen und nachzurüsten, dass sie zulassungstauglich wäre. Dies würde demnach aber etwa 600 Millionen Euro zusätzlich kosten, was bei einem Stückpreis von rund 500 Millionen Euro nicht sinnvoll sei. AFP

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