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Drohung gegen Einkaufszentrum in Essen : Auch zweiter Festgenommener nach Terroralarm wieder frei

Die Polizei hatte nach der Anschlagsdrohung gegen ein Essener Einkaufszentrum zwei Männer aus Oberhausen vernommen. Beide Festgenommene sind wieder auf freiem Fuß.

Es soll Hinweise auf einen Anschlag auf dieses Einkaufszentrum gegeben haben, bestätigte Innenminister DeMaizière.
Es soll Hinweise auf einen Anschlag auf dieses Einkaufszentrum gegeben haben, bestätigte Innenminister DeMaizière.Foto: Bernd Thissen/AFP

Nach dem Terroralarm und der Schließung eines Einkaufszentrums am Samstag in Essen ist auch der zweite Festgenommene wieder auf freiem Fuß. Der Mann ist nach Angaben der Essener Polizei inzwischen entlassen worden. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte eine Sprecherin am Montagmorgen ohne weitere Details zu nennen. Die Polizei hatte am Samstag zwei Männer festgenommen, von denen einer bereits am späten Samstagabend wieder heimkehren konnte.
Nach dpa-Informationen handelt es sich bei den beiden Männern, die zunächst festgenommen und inzwischen wieder entlassen wurden, nicht um direkt Tatverdächtige, sondern um Kontaktpersonen des mutmaßlichen Drahtziehers. Dieser soll Mitglied der salafistischen Szene in Oberhausen und bereits länger im Visier der Behörden gewesen sein.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin", dass eine "Verbindung zum sogenannten Islamischen Staat, dieser Terrororganisation", vorhanden sei. "In der Tat gab es Hinweise oder Aufträge aus der Region von jemandem, der da hingereist ist." Es sei nicht auszuschließen gewesen, dass es in dem Einkaufszentrum "einen konkreten Anschlag hätte geben können". "Das wurde verhindert."

Ermittlungen in Salafisten-Kreisen

De Maizière bestätigte zudem, dass der Hinweis auf das möglicherweise geplante Attentat vom Verfassungsschutz kam. Es habe einen Hinweis gegeben, "den das Bundesamt für Verfassungsschutz aufgenommen und weitergegeben hat". Nach AFP-Informationen prüft die Polizei, ob ein als Drahtzieher geltender deutscher IS-Kämpfer in Syrien direkte Kontaktleute in Deutschland hatte.

De Maizière sagte, es habe durch Nordrhein-Westfalen weitere Ermittlungen gegeben im Umkreis der vor Ort bekannten Salafisten, "um zu gucken, ob es dort Verbindungen zu diesem möglichen Anschlag gibt". Der Essener Fall sei auch mehrfach im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern (GTAZ) "beraten und bewertet" worden.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) zufolge gab es zunächst keinen Hinweis, dass mit der Umsetzung oder den Vorbereitungen für einen Anschlag "konkret begonnen wurde". Die Sicherheitsbehörden hätten die Hinweise auf einen geplanten Anschlag "ernst genommen und sehr umsichtig, konsequent und frühzeitig reagiert", erklärte Jäger in Düsseldorf. Die weiteren Ermittlungen würden jetzt mit Hochdruck fortgeführt, um die genauen Hintergründe aufzuklären.

Das Großaufgebot von Polizisten aus ganz Nordrhein-Westfalen, das in Essen zusammengezogen worden war, ist unterdessen wieder abgerückt. Die Geschäfte des Landenkomplexes können nun wieder uneingeschränkt öffnen. „Wir sind alle wieder im Dienst“, sagte die Managerin des Centers „Limbecker Platz“, Alexandra Wagner, am Montagmorgen. Sie geht davon aus, dass die Läden zu den üblichen Zeiten öffnen. Es habe keine Meldungen an das Center-Management gegeben, dass Läden über die Sicherheitsmaßnahme von Samstag hinaus geschlossen bleiben. Das Shoppingcenter ist eines der größten in deutschen Innenstädten.

„Das Leben geht weiter“, erklärte die Managerin. Für die Komplettschließung des Centers am Samstag hätten die betroffenen Geschäftsleute am Wochenende Verständnis geäußert: „Wir haben am Samstag großes Verständnis von den Mietern erfahren.“

(Tsp mit dpa, AFP)

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