Düsseldorf : Gericht verurteilt Angeklagte im Al-Qaida-Prozess zu jahrelangen Haftstrafen

Zu mehrjährigen Haftstrafen sind die Angeklagten im Düsseldorfer Terrorprozess verurteilt worden. Der Hauptangeklagte muss für neun Jahre ins Gefängnis. Die Terrorzelle war im April 2011 aufgeflogen.

Im Düsseldorfer Al-Kaida-Prozess sind die Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.
Im Düsseldorfer Al-Kaida-Prozess sind die Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.Foto: dpa

Im Düsseldorfer Al-Qaida-Prozess sind die vier Angeklagten zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Der Staatsschutzsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts verurteilte die Männer am Donnerstag zu viereinhalb bis neun Jahren Haft.
Der Hauptangeklagte Abdeladim El-K. (33) bekam wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer staatsgefährdeten Straftat neun Jahre Haft. Ebenfalls wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung wurden Jamil S. (34) zu sieben Jahren und Amid C. (23) zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der vierte Angeklagte, Halil S. (30), erhielt eine Strafe von viereinhalb Jahren wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

Die Wohngemeinschaft der jungen Muslime in der Nähe der Düsseldorfer Universität war rund um die Uhr observiert worden. Als die Aktivitäten in der Wohnung auf den Bau einer Bombe hindeuteten, wurden drei der Männer am 29. April 2011 festgenommen. Der vierte Angeklagte wurde in Bochum verhaftet.

Al-Qaida-Prozess: Der Hauptangeklagte sollte in Europa ein Blutbad anrichten

Fünf Wochen später wurde im Versteck Osama bin Ladens in Pakistan ein Schreiben gefunden, das auf den Hauptangeklagten Abdeladim El-K. hinweist. Er soll mit dem Auftrag nach Europa entsandt worden sein, ein Blutbad anzurichten. In E-Mails an die Al-Qaida-Führung, die ihm zugeschrieben wurden, hieß es: „Oh, unser Scheich, wir halten noch unser Versprechen. Wir werden mit dem Schlachten der Hunde anfangen.“

Der Senat unter Vorsitz von Richterin Barbara Havliza hatte in den vergangenen beiden Jahren 22 Sachverständige gehört und 145 Zeugen vernommen, darunter FBI-Beamte, Terrorexperten und Geheimdienst-Chefs. Die Urteilsbegründung soll mehrere Stunden dauern.

Die Verteidiger hatten den - aus ihrer Sicht - nicht hinreichend aufgeklärten Einfluss von Geheimdiensten auf das Verfahren beklagt. Entsprechende Dokumente seien massiv geschwärzt worden, berichtete Rechtsanwalt Johannes Pausch, der „die gebotene Trennung zwischen geheimdienstlichen und polizeilichen Ermittlungen“ aufgeweicht sieht. (dpa)

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