Ecuador : Präsident Correa laut Prognosen im Amt bestätigt

Südamerika wählt links: Ersten Prognosen zufolge hat der amtierende Staatschef Ecuadors, der sozialistische Wirtschaftsexperte Rafael Correa, die Präsidentschaftswahl für sich entschieden. Zudem gewann seine Partei offenbar auch die Parlamentswahlen.

Correa
Laut ersten Umfragergebnissen gibt Rafael Correa in Ecuador weitere vier Jahre den Ton an. -Foto: dpa

QuitoNach Erhebungen der beiden führenden Meinungsforschungsinstitute des Landes sicherte sich der 46-Jährige bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit für eine weitere Amtszeit von vier Jahren und muss damit nicht in eine zweite Runde.

Dem Umfrageinstitut Santiago Perez zufolge stimmten rund 54 Prozent der zehn Millionen Wahlberechtigten für Correa. Sein schärfster Konkurrent, der frühere Präsident Lucio Gutierrez, erreicht der Befragung zufolge etwa 31 Prozent. Cedatos-Gallup Internacional sah Correa sogar mit 55 Prozent vorn. Den dritten Platz belegte der reichste Mann des Andenstaates, der Bananenmagnat Alvaro Noboa, der mit 8 Prozent der Stimmen rechnen konnte.

Correa erklärte sich schon wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale in seiner Heimatstadt Guayaquil faktisch zum Wahlsieger. "Dies ist ein Tag der Freude", sagte er vor jubelnden Anhängern und versprach die Fortsetzung sozialer Reformen und seiner "Bürgerrevolution".

Wahlbeobachter haben nichts zu beanstanden

Correas Mitbewerber Gutierrez hatte Wahlbetrug beklagt, für den es nach ersten Angaben von Wahlbeobachtern aus der Europäischen Union (EU) und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) jedoch keine Hinweise gab. Die Abstimmung sei professionell vorbereitet und weitgehend ordnungsgemäß verlaufen, sagte Enrique Correa, Leiter der OAS-Delegation.

Allerdings verfügte Correa als Amtsinhaber über wesentlich größere Wahlkampfressourcen, als seine Konkurrenten. Die im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit bei einem Referendum angenommene neue Verfassung ermöglichte erstmals seit den sechziger Jahren wieder das Recht auf eine Wiederwahl. Da Correas erste, 2007 begonnene, verkürzte Amtszeit nicht zählt, kann er sich in vier Jahren einer Wiederwahl stellen.

Prognosen: Correas Partei siegt in Parlamentswahl

Auch im ecuadorianischen Einkammer-Parlament erzielte Correas Bewegung Alianza País nach den Angaben der Institute die Mehrheit. Allerdings dürfte die Finanzierung der bisherigen Regierungspolitik immer schwieriger werden, weil das Land stark von Erdölexporten und den Überweisungen ecuadorianischer Gastarbeiter im Ausland abhängt.

Von den parallel abgehaltenen Regional- und Kommunalwahlen lagen zunächst nur Teilergebnisse vor. Demnach erlitt Correa bei der Bürgermeisterwahl in der größten Stadt des Landes, Guayaquil, eine herbe Niederlage. Dort wurde Jaime Nebot, Symbol der Opposition gegen Correa, mit 69 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Correas Kandidatin María Duarte kam nur auf 27 Prozent. (rf/dpa/Reuters)

Correa
Laut ersten Umfragergebnissen gibt Rafael Correa in Ecuador weitere vier Jahre den Ton an. -Foto: dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar