Politik : Ecuadorianer wollen eine neue Verfassung

-

Caracas - Mit überwältigender Mehrheit haben sich die Ecuadorianer am Sonntag für die Abhaltung einer verfassunggebenden Versammlung entschieden und Präsident Rafael Correa damit ihre Unterstützung ausgesprochen. Nachwahlbefragungen zufolge stimmten 78 Prozent der Wahlberechtigten mit Ja, nur 11,5 Prozent waren dagegen. Correa sprach von einem „patriotischen Ja zur Zukunft“. Der seit drei Monaten amtierende Präsident will dem chronisch instabilen Land einen neuen institutionellen Rahmen geben und seine eigene Machtbasis festigen. Der 44-jährige Wirtschaftsprofessor verfolgt einen ähnlich linkspopulistischen Kurs wie der venezolanische Staatschef Hugo Chavez. So kündigte er die Zusammenarbeit mit den internationalen Finanzinstitutionen Weltbank und Währungsfonds auf. Die bürgerlichen Traditionsparteien sehen sich durch das Referendum geschwächt. Der christdemokratische Ex-Präsident Osvaldo Hurtado bezeichnete Correa als „archaischen Sozialisten“. Die Opposition will dennoch Kandidaten für die im August geplante Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung aufstellen, um die „Demokratie zu verteidigen“, wie aus ihren Reihen verlautete. swe

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben