Politik : Ehemaliger kroatischer Lagerleiter bleibt länger in Haft

Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat am Freitag in der Berufungsverhandlung die Haftstrafe für den kroatischen Kriegsverbrecher Zlatko Aleksovski auf sieben Jahre verlängert. Der ehemalige Leiter eines Lagers inhaftierter bosnischer Moslems war in erster Instanz zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Aleksovski und die Anklage hatten gegen das Urteil vom 7. Mai 1999 Berufung eingelegt.

Wegen der brutalen Misshandlungen schutzloser Zivilisten von Januar bis Mai 1993 im Lager Kaonik bei Busovaca in Bosnien sei das damals verhängte Strafmaß völlig unzureichend, kritisierten die Richter am Freitag. Sie verwiesen dabei auf den schweren psychischen und physischen Terror gegen die Gefangenen im Lager.

Das Gericht machte den Angeklagten auch dafür verantwortlich, dass die Häftlinge an die Front gebracht und als so genannte menschliche Schutzschilde sowie zum Ausheben von Laufgräben im gegnerischen Feuer eingesetzt wurden. Aleksovski hätte die Verbrechen an den Häftlingen verhindern können, die nach den Genfer Konventionen unter besonderem Schutz standen, betonte der Gerichtsvorsitzende.

Aleksovski war am 8. Juni 1996 auf Grund eines Haftbefehls des Tribunals in Kroatien festgenommen worden. Er wurde aber erst nach internationalem Druck auf die kroatische Regierung im April 1997 nach Den Haag überstellt.

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