Ehrung für Europa : Die Europäische Union bekommt den Friedensnobelpreis

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die Europäische Union. Das teilte das Nobelkomitee in Oslo am Freitag offiziell mit. Die EU habe über sechs Jahrzehnte entscheidend zur friedlichen Entwicklung in Europa beigetragen, heißt es zur Begründung.

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Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an die EU.
Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an die EU.Foto: AFP

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die Europäische Union. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt. Komiteechef Thorbjörn Jagland begründete die Entscheidung damit, dass die EU über sechs Jahrzehnte entscheidend zur friedlichen Entwicklung in Europa beigetragen habe. Das „grauenvolle Leiden“ des Zweiten Weltkrieges habe gezeigt, dass ein neues Europa benötigt werde, erklärte das Nobelkomitee.
Dies habe die europäische Integration geleistet. Damit bestätigen sich Berichte eines norwegischen TV-Senders, der bereits eine Stunde vor der Bekanntgabe die Ehrung für die EU vermeldet hatte.

Friedensnobelpreis: Die Preisträger der vergangenen Jahre
Das "Nationale Dialogquartett" aus Tunesien hat den Friedensnobelpreis 2015 bekommen. Die Präsidentin des Arbeitgeberverbands, Ouided Bouchamaoui (von links), der Generalsekretär des größten Gewerkschaftsverbands, Houcine Abassi, der Präsident der tunesischen Menschenrechtsliga, Abdessattar Ben Moussa und der Chef des Anwaltsvereins, Mohamed Fadhel Mahmoud haben mit ihrem Dialogprozess das Abgleiten Tunesiens in einen Bürgerkrieg zwischen Säkularen und Islamisten verhindert.Weitere Bilder anzeigen
1 von 32Foto: Anis Mili/Reuters
09.10.2015 23:53Das "Nationale Dialogquartett" aus Tunesien hat den Friedensnobelpreis 2015 bekommen. Die Präsidentin des Arbeitgeberverbands,...

Bereits am Vorabend hatten sich Spekulationen in Oslo verbreitet, wonach die EU als „erfolgreiches Friedensprojekt“ nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem weltweit hochgeachteten Preis ausgezeichnet werden soll. Der Komiteechef und norwegische Ex-Regierungschef Thorbjörn Jagland sowie der Direktor des Nobelinstitutes, Geir Lundestad gelten seit mehreren Jahren als Verfechter der Vergabe an die EU. Die EU ist in den letzten Jahren immer wieder für die Auszeichnung nominiert worden.

So reagiert die Politik auf den Friedensnobelpreis für die EU
Die heutige Entscheidung des Nobelpreiskomitees ist ein bedeutendes Signal dafür, dass ein vereintes Europa in besonderem Maße dem Frieden in der Welt dienen kann. Die Verantwortung, die deshalb allen in Europa zukommt, nimmt auch Deutschland heute und in Zukunft an.“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck. “Ich finde, darüber kann man sich freuen und gratulieren. Die Europäische Union ist ja eine große Friedensgemeinschaft, aus meiner Sicht als Werte- und Friedensgemeinschaft die genialste Idee der Nachkriegsgeschichte. Deshalb freuen wir uns darüber.“Weitere Bilder anzeigen
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12.10.2012 18:37Die heutige Entscheidung des Nobelpreiskomitees ist ein bedeutendes Signal dafür, dass ein vereintes Europa in besonderem Maße dem...

Nach dem Testament des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) soll derjenige mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden, der im jeweils voraufgegangenen Jahr am meisten für den Frieden getan habe. Der Friedensnobelpreis ist in diesem Jahr mit 925.000 Euro dotiert und wird am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, verliehen.

Im letzten Jahr wurden drei Frauen ausgezeichnet. Die Journalistin Tawakkul Karman aus dem Jemen teilte sich den Preis mit der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee, ebenfalls aus Liberia.

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