Ehrung : Trauergottesdienst für Rau

Im Berliner Dom hat am Dienstag der Trauergottesdienst für Altbundespräsident Johannes Rau begonnen. An der Zeremonie und dem anschließenden Staatsakt nehmen etwa 1500 Trauergäste teil.

Berlin - Rau war am 27. Januar kurz nach seinem 75. Geburtstag gestorben. Der Trauergottesdienst wird vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, gefeiert.

Huber hat Altbundespräsidenten Johannes Rau als bekennenden und standfesten Christen gewürdigt. Es habe Rau nicht irritiert, dass er wegen der Eindeutigkeit seines Bekenntnisses als «Bruder Johannes» bezeichnet und gelegentlich auch belächelt worden sei, sagte Huber am Dienstag in seiner Predigt im Trauergottesdienst in Berlin. «Im Gegenteil: Jeder sollte wissen, woher er Zuversicht und Kraft schöpfte. Aus dieser Kraft heraus respektierte er jeden, der in seinem Leben auf andere Weise Halt und Orientierung fand.»

Huber betonte, Rau sei als «Christ Politiker und als Politiker Christ» gewesen. «Der Wahlspruch der Bekennenden Kirche wurde zu seinem eigenen: "Ich halte stand, weil ich gehalten werde." Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) würdigte Rau als gesamtdeutschen Politiker und langjährigen Landesvater Nordrhein- Westfalens. «Leicht übertrieben» könne man sagen, Rau habe von den rund 18 Millionen Einwohnern des Bundeslandes 17,9 Millionen gekannt, sagte er der ARD.

Bundespräsident Horst Köhler hat seinen Vorgänger Johannes Rau als großen Menschenfreund gewürdigt. «Er warb um Vertrauen, er weckte Vertrauen, und er hat das Vertrauen nicht enttäuscht», sagte Köhler am Dienstag beim Staatsakt für Rau im Berliner Dom. «Johannes Rau hat Deutschland vorbildlich vertreten und im Inneren zusammengehalten. Sein Einsatz für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wirkt fort», sagte Köhler vor mehr als 1500 Trauergästen aus dem In- und Ausland. (tso/dpa)

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