Ehrung : Westfälischer Friedenspreis überreicht

Der frühere französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing und die Bodelschwinghschen Anstalten in Bielefeld-Bethel haben in Münster den diesjährigen Preis des Westfälischen Friedens überreicht bekommen.

Münster - Damit würdigte die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) das Wirken Giscard d'Estaings als "überzeugender Baumeister Europas" und seine Arbeit als Vorsitzender des EU-Verfassungskonvents.

Nach Angaben der Stifter erhielt Giscard d'Estaing den Preis trotz der Tatsache, dass der Verfassungsentwurf der EU bei Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden scheiterte. Der Entwurf sei die Voraussetzung für "ein verfassungsrechtlich verklammertes Europa" sowie den inneren und äußeren Frieden, erklärte die Jury.

"Friedensarbeit in des Wortes bester Bedeutung"

Die Bodelschwinghschen Anstalten wurden den Angaben zufolge ausgezeichnet, weil in der größten diakonischen Einrichtung der Welt jährlich mehr als 150 Jugendliche mitarbeiteten. "Die freiwilligen Helfer Bethels leisten damit Friedensarbeit in des Wortes bester Bedeutung", hieß es.

In seiner Laudatio würdigte Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker den Einsatz von Giscard d'Estaing für die europäische Integration. "Der Westfälische Friedenspreis hätte Ihnen obligatorisch verliehen werden müssen", sagte Juncker.

Dienst an den Nächsten

Christina Rau, die Witwe des früheren Bundespräsidenten Johannes Rau, wertete in ihrer Laudatio das Engagement der über 150 Jugendlichen in den Bodelschwinghschen Anstalten als einen "Beitrag für ein friedliches und soziales Miteinander". Es sei bewundernswert, wenn junge Menschen in dieser schnelllebigen Zeit bereit seien, sich für den Dienst an den Nächsten zur Verfügung zu stellen.

Der Westfälische Friedenspreis wird seit 1998 - dem 350. Jahrestag des Friedensschlusses - alle zwei Jahre verliehen. Das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro wird geteilt. (tso/ddp)

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