Politik : Ehrungen für Verfolgte des NS-Regimes

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Berlin Der Berliner Verwaltungsrichter Percy MacLean und die drei Verfolgten des NS-Regimes Esther Bejarano, Peter Gingold und Martin Löwenberg sind am Sonntag in Berlin mit der Carl-von- Ossietzky-Medaille 2004 ausgezeichnet worden. Sie erhielten den undotierten Preis der Internationalen Liga für Menschenrechte für ihren auf „unterschiedliche Weise geführten politischen und rechtlichen Kampf gegen Diskriminierung, Rassismus und Neonazismus“.

MacLean wurde für seinen besonderen juristischen Einsatz für politisch Verfolgte und Bürgerkriegsflüchtlinge geehrt. „Oft gegen starke Widerstände aus Behörden und Politik hat er vor allem in Flüchtlingsfragen klare menschenrechtliche Akzente gesetzt“, sagte Liga-Präsident Rolf Gössner. Als erster Direktor des „Deutschen Instituts für Menschenrechte“ habe er auch Menschenrechtsverletzungen in Deutschland beleuchtet.

Die heute in Hamburg lebende Esther Bejarano (79) überlebte als Mitglied des legendären Mädchenorchesters das Vernichtungslager Auschwitz. Aus Palästina kehrte sie in den 60er Jahren nach Deutschland zurück und engagiere sich bis heute als Zeitzeugin gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Als Bundessprecher der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ trete auch der 88-jährige Peter Gingold (Frankfurt am Main) bis heute aktiv in der Friedens- und antifaschistischen Bewegung auf. Auch der 79 Jahre alte Martin Löwenberg (München) sei in der Bundesrepublik für seine sozialistische und antifaschistische Überzeugung verfolgt worden, hieß es. Der Verfassungsschutz verdächtigte den ehemaligen KZ-Insassen, einer KPD-Tarnorganisation anzugehören. Zwei Mal wurde er zu je zehn Monaten Haft verurteilt. 2003 wurde er in München erneut verurteilt wegen eines Aufrufes, sich einem Neonazi-Aufmarsch entgegen zu stellen. dpa

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