Politik : „Ein Beitritt wird eine gute Sache für uns alle sein“

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Beim EUGipfel im Dezember beschließen die Staats- und Regierungschefs über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Das Votum der 25 EU-Mitglieder ist neben der Empfehlung der EU-Kommission entscheidend für den entsprechenden Beschluss. Ein Überblick über den Stand der Türkei-Debatte in einzelnen Mitgliedstaaten:

Frankreich: Auf der anderen Seite des Rheins wird ein EU-Beitritt der Türkei sehr kontrovers diskutiert. In dieser Woche ließ eine Bemerkung von Premier Jean-Pierre Raffarin aufhorchen, der im „Wall Street Journal“ Zweifel an der langfristigen Reformfähigkeit der Türkei äußerte. Damit rückte der Regierungschef etwas von der offiziellen Linie ab: Staatspräsident Jacques Chirac ist für die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen, sobald alle Bedingungen erfüllt sind.

Großbritannien: London ist einer der wichtigsten Fürsprecher einer türkischen EU-Mitgliedschaft. „Ein Beitritt der Türkei wird eine gute Sache für uns alle sein“, sagte Premierminister Tony Blair im Mai bei einem Besuch in Ankara.

Polen: Im Warschauer Außenministerium wird betont, dass die EU die Reformanstrengungen der Türkei in den zurückliegenden zwei Jahren honorieren müsse. Warschau befürwortet Beitrittsgespräche auch unter Hinweis auf wirtschaftliche Wachstumsmöglichkeiten einer größer werdenden EU.

Österreich: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel von der konservativen ÖVP nimmt eine „abwartende Haltung“ ein, führende Mitglieder seiner Partei plädieren offen für eine „privilegierte Partnerschaft“ Ankaras in der EU.

Griechenland: Die Griechen möchten die ehemals verfeindeten Türken so bald wie möglich in der Europäischen Union haben. „Der europäische Kurs der Türkei ist von strategischer Bedeutung für uns“, sagt der konservative griechische Regierungschef Kostas Karamanlis bei jeder Gelegenheit.ame/dpa

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