Politik : Ein Dutzend im Hintergrund

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Viel Lob für seine Arbeit kann gegenwärtig Staatssekretär Jürgen Chrobog ernten. Der erfolgreiche Mittler genießt wegen seiner Effizienz und Bescheidenheit auch im eigenen Haus hohe Wertschätzung. Aber der 63jährige Karrierediplomat, der öffentliche Würdigungen lieber umgehen würde, wirkte nicht allein. Ihm halfen nicht nur Mitarbeiter in Berlin, sondern auch deutsche Beamte in der malischen Hauptstadt Bamako. Als Ende Juli klar wurde, dass die Entführer mit ihren Geiseln über hunderte von Kilometern Wüstenpiste aus Algerien nach Mali gewechselt waren, baute das Auswärtige Amt (AA) in Bamako schnell einen lokalen Krisenstab auf. Geleitet wurde er vom Afrikabeauftragten des Amtes, Harro Adt, der mit den Verhältnissen in Bamako gut vertraut ist, weil er in dem westafrikanischen Land zuvor selbst als deutscher Botschafter gewirkt hatte. Mehr als ein Dutzend deutscher Experten, neben Diplomaten auch Beamte des Verteidigungsministeriums, des Bundeskriminalamts und des Bundesnachrichtendienstes, spürten den Spuren der Entführer und der Geiseln nach, werteten sorgfältig Lebenszeichen und Berichte aus, organisierten vorsorglich Transportmöglichkeiten und bereiteten gemeinsam mit Kollegen aus der Schweiz und den Niederlanden die Befreiung vor. Die Kommunikation mit der Zentrale in Deutschland garantierte modernste Technologie („Die hatten alles, was man sich vorstellen kann“). In Berlin kam unterdessen weiterhin täglich der rund 20 Beamte umfassende Krisenstab des AA zusammen, der alle Entscheidungen in enger Abstimmung mit dem Büro des Außenministers und mit dem Kanzleramt traf.hmt

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