Politik : Ein Euro für Sicherheit an Flughäfen

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Berlin Fliegen wird teurer – denn immer mehr Flughäfen erhöhen ihre Preise aufgrund der Umsetzung von EU-Vorschriften zur Sicherheit an Flughäfen. Der Chef der Berliner Flughäfen, Dieter Johannsen-Roth, hat sich für die Einführung eines „Sicherheitseuros“ ausgesprochen, der vom 1. Januar 2006 an für jeden Abflug ab Berlin gelten soll. „Ich halte die Lösung eines auf dem Ticket klar ausgewiesenen Sicherheitseuros für unausweichlich“, sagte der Flughafenchef dem Tagesspiegel.

Am Flughafen Köln/Bonn wird schon ab dem 1. August ein Zuschlag von 59 Cent von den Fluggesellschaften pro Passagier verlangt. Ein Sprecher des Billigfliegers Germanwings sagte, dass diese Kosten an die Passagiere weitergegeben werden. Wenn die neuen Vorschriften zum 1.Januar umgesetzt seien, werde sich dieser Zuschlag weiter erhöhen, sagte der Sprecher des Köln/Bonner Flughafens. Auch am Flughafen Nürnberg sei eine Sicherheitsgebühr geplant, die an den Passagier weitergereicht werde.

Die EU-Vorschriften verlangen, dass ab 2006 alle Mitarbeiter, die die Sicherheitsbereiche an den Flughäfen betreten, einen Sicherheitscheck durchlaufen müssen – das war bisher nicht der Fall. Zudem müssen sie eine vierstündige „Sicherheitsschulung“ absolvieren, die ebenfalls die Flughäfen bezahlen müssen. Zusätzlich müssen die Flughäfen bis 2008 sicherstellen, dass Passagiere, die von außerhalb der EU einreisen, den EU-Passagieren nicht direkt begegnen. Vor allem auf großen Drehkreuzen müssen deshalb ganze Terminals umgebaut werden.

Der Flughafen Frankfurt rechnet deshalb mit Kosten in einer dreistelligen Millionenhöhe, in München geht man von 25 Millionen Euro aus. In Berlin will man sich noch nicht festlegen: „Das wird in die Millionen gehen“, sagte Johannsen-Roth. Der Flughafenchef kündigte auch neue Verbindungen nach Hongkong und Doha an. fw

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