Ein Grüner im Rathaus : Fritz Kuhn gewinnt OB-Wahl in Stuttgart

Der Grünen-Politiker Fritz Kuhn ist zum Stuttgarter Oberbürgermeister gewählt worden. Der 57-Jährige erhielt bei der Stichwahl nach dem vorläufigen Endergebnis 52,9 Prozent der Stimmen. Damit endet eine vier Jahrzehnte währende Vorherrschaft der CDU.

Der Grünen-Politiker Fritz Kuhn gewinnt die OB-Wahl in Stuttgart.
Der Grünen-Politiker Fritz Kuhn gewinnt die OB-Wahl in Stuttgart.Foto: dpa

Fritz Kuhn hat die Oberbürgermeister-Wahl in Stuttgart gewonnen. Der Grünen-Politiker erhielt bei der Stichwahl am Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis 52,9 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt der Stadt am Abend bekannt gab. Auf Sebastian Turner, den parteilosen Kandidaten von CDU, FDP und Freien Wählern, kamen 45,3 Prozent der Stimmen. Kuhn hatte bereits den ersten Wahlgang vor zwei Wochen knapp vor Turner gewonnen, die damals erforderliche absolute Mehrheit aber verfehlt. Im zweiten Wahlgang genügte die relative Mehrheit zum Sieg.

Mit ihrem Wahlsieg haben die Grünen die knapp vier Jahrzehnte währende Vorherrschaft der CDU auf dem Oberbürgermeisterposten in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart gebrochen. Zudem erobern die Grünen, die seit Frühjahr 2011 bereits den Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg stellen, mit Kuhn erstmals seit ihrer Gründung vor 32 Jahren den Posten des Verwaltungschefs in einer deutschen Landeshauptstadt.

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05.02.2017 19:46

Bis zum Nachmittag deutete sich am Sonntag eine höhere Wahlbeteiligung an als bei der ersten Runde am 7. Oktober. Bis 17 Uhr hatten der Stadtverwaltung zufolge 45,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Zwei Wochen zuvor waren es zu diesem Zeitpunkt 44,8 Prozent gewesen. Insgesamt waren 415.000 Stuttgarter aufgerufen, einen neuen Rathausschef zu wählen. Der amtierende Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) hatte sich nach 16 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl gestellt.

Kuhns Gegenkandidat Turner verwies darauf, dass er in den vergangenen 14 Tagen 15.000 Stimmen hinzugewonnen habe. Am Ende habe es aber nicht gereicht, auch wenn er mehr Stimme geholt habe als die CDU bei der Landtags- oder Bundestagswahl. Auf die Frage, ob er politisch weiter aktiv bleiben wolle, sagte der 46-Jährige, darüber werde er sich zuerst mit seiner Frau besprechen. (rtr/dapd/dpa/afp)

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