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Politik : Ein Junge, der Ärger macht

Von Harald Martenstein

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Vor einigen Jahren gab es in der Klasse meines Sohnes einen Jungen, der Ärger machte. Er war brutal, er schlug zu. Er hatte den wiegenden Gang, wie Seeleute und Ghettokids ihn pflegen. Seine Eltern stammten aus dem Nahen Osten und waren weder arm noch arbeitslos. Bei Elternabenden und Lehrergesprächen tobte der Vater, er schrie und drohte. Seiner Ansicht nach waren alle Deutschen Rassisten. Sein Sohn war völlig okay.

In Deutschland gibt es fast nur noch Diskriminierte. Mir fällt auf Anhieb eine einzige Gruppe von Nichtdiskriminierten ein, das sind die deutschstämmigen, heterosexuellen Männer mittleren Alters, ohne Behinderung und mit Festanstellung. Das ist natürlich eine relativ kleine Gruppe, eine nicht diskriminierte Minderheit. Alle anderen fühlen sich benachteiligt, als Alte, als Junge, als Migranten, als Frauen, als Schwule, als Ossis, und so weiter. Wir leben in der Deutschen Diskriminierten Republik. Wer sich aber diskriminiert fühlt, neigt dazu, jedes einzelne Missgeschick seines Lebens für eine Folge von Diskriminierung zu halten. Man wird selbstgerecht und selbstmitleidig, auf diese Weise. Man fragt nicht mehr nach den Fehlern, die man selber macht. Immer sind die anderen schuld.

In diesem Gefühl kann man es sich wunderbar bequem machen. Eine andere mögliche Reaktion wäre Trotz. Trotz ist besser, denn Trotz ist eine Kraftquelle. In den USA gibt es inzwischen ziemlich viele Schwarze, die große Karrieren machen. Die großen Karrieren von deutschen Türken oder anderen Einwanderern lassen sich fast an einer Hand abzählen, außer vielleicht im Showgeschäft. Gleichzeitig sind wir, die so genannten Meinungsmacher, die tragenden Säulen des gesellschaftlichen Mainstreams, bis zum Platzen gefüllt mit Verständnis und Selbstkritik. Auch wir schreiben andauernd: Die anderen sind schuld.

Ich möchte weniger Mitleid haben. Die jungen Gangster aus den Neuköllner Hauptschulen werden im Knast landen, ihr Leben wird ein Desaster sein, dafür gibt es mehrere Gründe, darunter gesellschaftliche, ich weiß, ich bestreite es gar nicht. Aber einer dieser Gründe sind auch sie selber und ihre Eltern. Man muss laut sprechen, man muss hart sein, sonst kapieren sie es nicht. Den Jungen von damals sehe ich manchmal in der Fußgängerzone. Er lungert da rum, in seinen scharfen Klamotten. Ich wette, seine Geschichte geht schlecht aus, und das ist weder meine Schuld noch die seiner Lehrer.

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