Politik : Ein Leben für die Sicherheit

Weil es im Norden Afghanistans immer mehr Angriffe auf die Bundeswehr gibt, sollen Fallschirmjäger für Schutz sorgen. Dabei starb jetzt ein Soldat

Sven Lemkemeyer
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Berlin - Sie sollen die Sicherheit für ihre Kameraden im Norden Afghanistans verbessern, die Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 263 der Luftlandebrigade „Saarland“. Einen Hauptfeldwebel aus Zweibrücken kostete dieser Auftrag am Mittwoch das Leben, drei weitere Soldaten wurden leicht verletzt, als ihre Patrouille um 9 Uhr 25 Ortszeit südlich von Kundus in eine Sprengfalle fuhr.

Die Einheit, Teil der Division Spezielle Operationen in Regensburg, ist besonders für Schutz- und Evakuierungsmaßnahmen ausgebildet. Weil es vermehrt Angriffe auf die Bundeswehr in Nordafghanistan gegeben hatte, waren die Fallschirmjäger geschickt worden, auch um das Wiederaufbauteam (PRT) der Bundeswehr in Kundus zu verstärken. Erfolgreich, wie ihnen Minister Franz Josef Jung (CDU) bescheinigt, denn die Einheit habe zahlreiche Waffenlager ausgehoben und dabei Lastwagenladungen voll Granaten und Raketen sichergestellt sowie Extremisten dingfest gemacht.

Doch für ihren Einsatz zahlt die Brigade „Saarland“, die erst am Wochenende ihr 50-jähriges Bestehen mit einem großem Fest feierte, einen hohen Preis. Neben dem am Mittwoch getöteten Hauptfeldwebel, der 29 Jahre alt gewesen sein soll, wurden im März und zuletzt erst Anfang dieses Monats fünf weitere Opfer von Anschlägen und zum Teil schwer verletzt. „Vor solchen feigen Anschlägen sind wir nie gefeit“, sagt Jung und betont, das werde die Bundeswehr aber nicht von ihrem Auftrag abhalten. Denn Afghanistan dürfe nicht wieder zum Ausbildungscamp für Terroristen werden. Zu befürchten ist, dass sich die Lage für die deutschen Soldaten noch weiter verschärfen könnte. „Auch den Extremisten ist bekannt, dass der Bundestag im Oktober über die Verlängerung des Mandats entscheiden muss“, sagte ein Sicherheitsexperte dem Tagesspiegel. Der ehemalige Verteidungsminister Volker Rühe (CDU) hält vor dem Hintergrund der jüngsten Anschläge die Staatengemeinschaft für nicht gut vorbereitet. „Und ich fürchte, dies ist erst der Anfang einer schlimmen Entwicklung“, sagte er am Mittwoch im Deutschlandfunk. Auch für Deutschland sei es wichtig zu begreifen: „Wir sind dort in einem Krieg und unsere Soldaten sind Kämpfer. Es ist keine bewaffnete Entwicklungshilfe.“

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