Politik : Ein Mann von Welt und ein Steuerberater

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galt seit jeher als Mann von Welt. Der 87Jährige wuchs bei seinem Stiefvater, dem Frankfurter Industriellen Richard Merton, auf. 1954 trat der gelernte Kaufmann als Vorstand in dessen Metallgesellschaft (die heutige MG Technologies AG) ein. Nebenbei gründete er die deutsche Sektion der Umweltstiftung WWF mit und führte die Geschäfte des 1890 vom Stiefgroßvater gegründeten, mildtätigen „Instituts für Gemeinwohl“. Seit den 70er Jahren engagierte der Prinz sich in der CDU: von 1979 bis 1984 als Europaabgeordneter und von 1976 bis 1998 als Landesschatzmeister der hessischen CDU. In dieser Funktion soll er – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – knapp 21 Millionen Mark in die Schweiz gebracht und an den offiziellen Büchern vorbei zurückgeholt haben.

Horst Weyrauch , ein alter Freund von Prinz Wittgenstein, Helmut Kohl und Walther Leisler Kiep, ist seit der CDU-Schwarzgeldaffäre wohl Deutschlands bekanntester Steuerberater. Der heute 72-Jährige war in einer Treuhandgesellschaft angestellt, bevor er sich selbstständig machte und den CDU-Bundesschatzmeister Leisler Kiep beriet. Gemeinsam mit diesem soll er 1991 den berühmten Geldkoffer des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber entgegengenommen haben. Mit dem Auffliegen der Geldübergabe begann der CDU-Spendenskandal. Diesen dürfte kaum jemand besser durchschauen als Weyrauch, dem die Staatsanwaltschaft Beihilfe zur Untreue vorwirft. Er soll für die hessische CDU geheime Konten in der Schweiz eröffnet haben. obs

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