Politik : Ein millionstel Gramm ist tödlich

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Schon ein millionstel Gramm der radioaktiven Substanz Polonium 210, mit der der russische Ex-Geheimdienstler Alexander Litwinenko vergiftet wurde, kann einen Menschen umbringen. Zumindest schwere Erkrankungen sind die Folge, wenn es eingeatmet , über die Nahrung oder eine Wunde aufgenommen wird.

Bei Polonium 210 handelt es sich um ein sogenanntes Radionuklid, das eine nur kurze Alphastrahlung aussendet. Die Alphastrahlung wird bei äußerer Bestrahlung bereits durch ein Blatt Papier, die Kleidung oder die Haut abgehalten. „Eine unmittelbare

Gesundheitsgefahr kann jedoch bestehen, wenn das Polonium über Mund, Nase oder offene Wunden in den Körper gelangt ist“, sagt der Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Umwelt des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter, Gerald Kirchner. Polonium kann am einfachsten über Urinausscheidungen nachgewiesen werden.

Das chemische Element Polonium wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Marie Curie entdeckt, die es zu Ehren ihres Heimatlandes Polen (lateinisch: Polonia) Polonium nannte. Das Schwermetall ist in geringen Mengen in Uranerzen enthalten. Es kommt in verschiedenen Isotopen vor, darunter Polonium 210. Pro Jahr werden schätzungsweise rund 100 Gramm Polonium hergestellt. Polonium wird als Neutronenquelle benutzt, unter anderem zum Zünden einer Atombombe . Es wird auch als Wärmequelle für thermoelektrische Zellen zum Beispiel in der Raumfahrt eingesetzt. dpa

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