Politik : Ein politisches Spitzenamt strebt der Unternehmer und Modemacher jedoch nicht an

Der Modemacher Wolfgang Joop will sich in der FDP engagieren. Zugleich wies er in der Tageszeitung "Die Welt" Spekulationen zurück, er strebe ein politisches Amt an. "Ich sehe mich eher als Unterstützer". Das würde auch besser passen, denn schließlich habe er noch seinen Konzern zu leiten.

Ein FDP-Spitzenkandidat wäre für Joop indes finanziell problematisch. Der Unternehmer müsste dazu seinen Wohnsitz von Monte Carlo nach Hamburg verlegen. Das aber hieße für ihn auch, in Deutschland seine Steuern zu zahlen.

Joop kündigte an, er werde in Kürze mit Generalsekretär Guido Westerwelle telefonisch über eine mögliche Zusammenarbeit beraten. "Ich muss wissen, mit welchen Konsequenzen ein politisches Engagement einhergeht und welche Möglichkeiten es gibt, sich zu engagieren."

Eine Spitzenkandidatur für die Hamburger FDP bei der nächsten Bürgerschaftswahl schloss Joop aus. "Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich mir in der Hamburger Bürgerschaft den Hintern breit sitze." Er habe keine Lust, sich im hohen Alter noch über "irgendeinen Abgeordnetensitz in der Provinz nach vorne zu robben".

Mit Blick auf die Debatte um einen möglichen Rücktritt von FDP-Chef Wolfgang Gerhardt sagte der Modemacher, "rein visuell" sei dieser ihm immer sehr sympathisch gewesen. "Er ist nicht aufdringlich, er hat nicht dieses Yuppie-Getue wie zum Beispiel Joschka Fischer. Dessen Art, sich in seinen Ansichten und Haltungen chamäleonartig aus populistischen Gründen zu ändern, irritiert."

Zugleich kritisierte Joop die rot-grüne Bundesregierung und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Die deutsche Politik sei desolat. "Herr Schröder hätte nie aus Hannover weggehen sollen. Dort wäre er ewiger Sieger geblieben."

Personalspekulationen um den Modedesigner Wolfgang Joop und öffentlich ausgetragene Streitigkeiten prägen zur Zeit das Bild der Hamburger FDP. Kurz vor ihrem Parteitag am 1. November, auf dem sie unter anderem über ihre Wirtschafts- und Sozialpolitik entscheiden wollen, scheinen die Elbliberalen zerstrittener denn je. Die Analyse des früheren FDP-Landesvorsitzenden Vogel fällt denn auh vernichtend aus: "Keine Personaldecke, kein Geld, die Mitglieder laufen uns weg, viele verlorene Landtags- und Kommunalwahlen", sagte er der "Welt".

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