Einbürgerungstest : 17 aus 33

Wissen Sie, wie viele Mitgliedstaaten die Europäische Union heute hat? Und könnten Sie sagen, was mit dem 50-jährigen Jubiläum der Römischen Verträge im Jahr 2007 gefeiert wurde?

Zugegeben, nicht alle Fragen des ab 1. September 2008 vorgesehenen Einbürgerungstest halten dieses Niveau. Da wird auch die Frage gestellt, wen die Gewerkschaften in Deutschland vertreten oder warum Menschen in Deutschland etwas gegen die Regierung sagen dürfen. Doch wer

ab Herbst den Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft stellt, muss auf einem insgesamt doch gebildeten Niveau in einem einstündigen Test von 33 Fragen mindestens 17 richtig beantworten. Die Fragen stammen aus einem insgesamt 310 Fragen umfassenden Katalog, den das Bundesinnenministerium am Montag vorgestellt hat. Abgefragt wird Wissen aus Politik, Geschichte und Gesellschaft.

Die Fragen wurden vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) der Humboldt Universität Berlin innerhalb eines Jahres entwickelt und in konkrete Prüfungsbögen mit je 33 Fragen umgesetzt. Mit dem bundeseinheitlichen Einbürgerungstest sollen „Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland“ nachgewiesen werden. Diese werden ab dem 1. September 2008 als zusätzliche Einbürgerungsvoraussetzung im Staatsangehörigkeitsgesetz verlangt.

Jeder Fragebogen enthält drei länderspezifische Fragen. Wer also in Bayern Deutscher werden will, sollte auch wissen, ob eher die Prignitz oder Altötting zum Land gehört. Ein künftiger Berliner müsste bei der Frage nach dem Berliner Stadtteil unter Pankow, Prignitz, Altona oder Demmin den richtigen wählen. Als Prüfungsvorbereitung werden nicht nur die Fragen, sondern auch zu allen 310 Fragen des Gesamtfragenkataloges kurz gefasste schriftliche Hintergrunderläuterungen veröffentlicht. Das Ministerium geht davon aus, dass bald auch Hilfsliteratur auf dem Markt erscheinen wird.

Auf der Homepage des Ministeriums kann man die Fragen jetzt schon sehen: www.bmi.bund.de babs

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