Einbürgerungstest : Fragen stehen in der Kritik

Der geplante Einbürgerungstest für Ausländer steht unter Beschuss. Nach Ansicht von Sebastian Edathy, dem Vorsitzenden des Innenausschusses im Bundestag, müsse der Fragen-Katalog überarbeitet werden. Fragen und Antwortmöglichkeiten seien irreführende formuliert und erschwerten somit die Möglichkeit, den Test zu bestehen.

Sebastian Edathy
Kritisiert den Einbürgerungstest: Sebastian Edathy. -Foto: dpa

BerlinIn der SPD regt sich massiver Widerstand gegen den von der Bundesregierung beschlossenen Einbürgerungstest für Ausländer. Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy (SPD), fordert in einem Brief an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), "Teile des Tests wegen erheblicher Mängel kurzfristig zu überarbeiten", wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" in der Donnerstagausgabe berichtet.

Fragen wie bei Stadt-Land-Fluss

Edathy erhebt Einwände gegen 72 von 300 Frage-Antwort-Kombinationen. Fast ein Viertel des Einbürgerungstests muss seiner Ansicht nach nochmals auf den Prüfstand, ehe er zum 1. September wie geplant in Kraft treten kann. Der SPD-Politiker kritisiert den Testkatalog in dreierlei Hinsicht. Zum einen seien als richtig vorgesehene Antwortoptionen tatsächlich falsch, sagte der Innenexperte. "Zum anderen sind Fragen und mögliche Antworten vielfach irreführend formuliert." Und drittens werde Wissen abgefragt, das für eine Einbürgerung irrelevant sei.

Kritisch sieht den Test auch SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner, der das Thema im Parteivorstand betreut. "Der Einbürgerungstest entspricht keinesfalls dem angekündigten Hauptschulniveau." Es sei wohl eher eine halbakademische Form von Stadt-Land-Fluss geworden. Stegner warnte, "der Test darf nicht dazu führen, Einbürgerung zu erschweren", auch wenn mancher im konservativen Lager sich das wünschen mag. (mr/ddp)

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