Politik : Eine Botschaft aus Kairo für Jerusalem

von

Kairo - Auf ihrer Nahost-Reise hat US-Außenministerin Hillary Clinton, einem glaubwürdigen israelischen Nachrichtenportal zufolge, aus Kairo eine unerwartete Botschaft mit nach Israel gebracht: Der neue ägyptische Präsident Mursi will offenbar nicht nur den Friedensvertrag mit Israel grundsätzlich beibehalten. Vielmehr soll er Clinton versichert haben, dass er die bereits seit längerem gelockerte Absperrung des Gazastreifens nicht ganz aufheben werde. Damit würde der aus dem islamistischen Lager stammende Präsident der im Gazastreifen herrschenden Hamas einen schmerzlichen Schlag versetzen.

Im Mittelpunkt der Gespräche Clintons in Israel stand die Lage im Iran. Aus amerikanischen Kreisen verlautete im Vorfeld, dass Clinton einen Schlusspunkt unter die Bemühungen setzen werde, Israel von einem Angriff auf die iranischen Atomanlagen und Raketenbasen vor den US-Präsidentschaftswahlen im November abzubringen. Tatsächlich ist die Regierung Netanjahu seit längerem so sehr mit sich selbst beschäftigt und zerstritten, dass ein solches kriegerisches Abenteuer nicht ernsthaft zur Diskussion steht. Clinton konnte ihren israelischen Gesprächspartnern immerhin neueste Ausweitungen der amerikanischen Sanktionen gegen Teheran mitteilen.

Clintons Gespräch mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Salam Fayyad fand unüblicherweise nicht am palästinensischen Regierungssitz in Ramallah statt, sondern in Ost-Jerusalem. Der Chefunterhändler der Palästinenser, Saeb Erekat, erklärte später, es sei in erster Linie um amerikanische Hilfe bei der Lösung der schweren Finanzkrise der Palästinenserbehörden gegangen. Deren Lage ist verzweifelt, weil die versprochenen Millionenspenden aus diversen arabischen Staaten ausgeblieben sind. Martin Gehlen

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben