Politik : Eine Brave führt den Laien-Aufstand an - aber ist sie die Richtige? (Kommentar)

M.G.

Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. "Donum Vitae", die neue Stiftung der katholischen Laien hat hehre Ziele. Sie will sich für die Frauen in Schwangerschaftskonflikten stark machen und die Weiterführung der kirchlichen Beratungsstellen garantieren. Das allerdings erfordert an der Spitze dieses am Freitag gegründeten ZdK-Vereins eine Person mit intellektueller und persönlicher Ausstrahlung, Durchsetzungsvermögen und Standfestigkeit gegenüber Bischöfen und Staat sowie überzeugender Präsenz in der Öffentlichkeit. Alles Eigenschaften, welche die neue Präsidentin Rita Waschbüsch nicht verkörpert. Stattdessen haftet ihr das Image der traditionellen katholischen Hausfrau an, gibt sie gerne Hausbackenes von sich und hat in ihrer Zeit an der Spitze des ZdK kaum Spuren hinterlassen. Das nährt Zweifel, ob Frau Waschbüsch die richtige Wahl für diese neue Aufgabe im bundesdeutschen Rampenlicht ist. Schließlich wird sie fortan mit im Zentrum eines der erbittertsten innerkirchlichen Konflikte der Nachkriegszeit stehen. Allerdings ist diese Personalentscheidung auch aus der Not geboren. Denn der deutsche Katholizismus ist nicht mehr reich gesegnet mit der Mitarbeit von jüngeren talentierten Frauen. Kein Wunder auch, wenn man Frauen so sehr vernachlässigt, wie es die Kirche tut.

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